Wir ernten Heidelbeeren

Ein wochenlanges Vergnügen 

Kulturheidelbeeren bewältigen zur Zeit eine steile Karriereleiter. Sie sind auf dem nordamerikanischen Kontinent zu Hause, wurden lange nur nebenbei wirklich wahrgenommen. Das änderte sich 1941 mit ersten Kulturversuchen und ab 1952 mit umfangreicherem Anbau. Seitdem weitet sich der in vielen Gegenden stark aus, auch hierzulande. Man schätzt eben die vielfachen wertvollen Inhaltsstoffe der Früchte und ihren guten Geschmack.  

Kulturheidelbeeren sind Spätentwickler, die anfangs langsam wachsen. Selbst bei bereits 3–4-jährigen Exemplaren, wie sie gewöhnlich gepflanzt werden, dauert es noch etwas bis zum Vollertrag. Dafür altern diese Heidelbeeren nicht so schnell wie Johannis- oder Stachelbeersträucher. Sie werden mehrere Jahrzehnte alt und tragen bei guter Pflege immer noch gut. Kulturheidelbeeren brauchen außerdem, damit sie viele Blüten und Früchte entwickeln, ausreichend Platz und volle Sonne.  

Das gilt besonders für späte Sorten, die im August, September, teils sogar noch im Oktober reifen. Diese verlangen also einen langen, sonnigen, warmen Herbst. Kulturheidelbeeren sind zwar grundsätzlich selbstfruchtbar, tragen aber mit fremdem Pollen besser. Deswegen pflanze man stets mindestens zwei Sorten. Späte Sorten sind unter anderem ‚Elisabeth‘, ab Anfang August, ‚Spartan‘, ‚Heerma‘, ‚Brigitta Blue‘, Erntezeit August und September. Eine Ausnahmesorte ist ‚Harteblue Petite‘, weil sie zweimal trägt, das erste Mal im Juli/August, das zweite Mal im September. 

Heidelbeerfrüchte sind 1,5–2 cm dick und hängen dichttraubig zusammen. Die Beeren reifen nicht alle auf einmal, sondern folgernd über 4–6 Wochen. Man pflückt jeweils die reifsten, muss aufpassen, dass sie erstens nicht überreif abfallen und zweitens Vögel nicht viele wegholen. Gegebenenfalls sind die Sträucher mit Netzen zu umhüllen. Beim Reifevorgang wird das Grün der Beeren immer lichter und färbt sich nach und nach heller oder dunkler blau, je nach Sorte. Haben sich die Beeren ausgefärbt, wartet man anschließend noch einmal etwa sieben Tage bis zur Ernte. Erst dann sind die Früchte wirklich reif und haben ihr volles Aroma. Ein weiteres Merkmal für Reife ist die Färbung der Beerenstiele. Sie sollten ebenfalls bläulich sein. Gepflückt wird am besten morgens, wenn die Früchte noch kühl sind. So halten sie sich übrigens gut eine Woche im Kühlschrank. Roh und gekocht sind Heidelbeeren aus dem eigenen Garten köstlich und sehr gesund. 

Ilse Jaehner

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