Birnbäume im Garten...

… als schöne Gestaltungselemente    

Birnen aus dem eigenen Garten schmecken köstlich. Außerdem wachsen sie auf Bäumen, die bewusst als gestalterische Elemente verstanden und eingesetzt werden können. Dabei darf man eine Grundvoraussetzung nicht übersehen: Birnbäume wollen ein bisschen verwöhnt werden, vor allem die späteren Sorten französischen Ursprungs. Man sollte das jedoch bei allen Birnensorten berücksichtigen: den vollsonnigen, gern auch warmen Platz ohne frostige Nächte im Frühjahr, milde Herbstwochen, dazu guten, nährstoffreichen Boden. Je vollständiger der Standort Birnbäumen entspricht, desto besser entwickeln sie sich mit vielen Früchten.   

Zuerst ein Beispiel für Birnbäume als Gestaltungselemente mit der Sorte ‚Gute Graue’. Als Hochstamm wächst die Sorte stark, kann in Jahrzehnten ein imposanter Baum werden, bringt kleine bis mittelgroße, sehr aromatisch schmeckende Früchte hervor. Im Ganzen als Schmorbirnen gegart – unvergleichlich köstlich. Jahrzehntealte Exemplare sind 6–8 m hoch und entsprechend breit. Wo der Platz dafür nicht reicht, wäre ‚Stuttgarter Geißhirtle‘ eine gute Wahl, weil nur etwa 4–5 m hoch, mit schmalerer Krone und vielseitig verwertbaren Früchten.   

Hauswandbegrünung ist zu Zeiten der Klimakrise ein wichtiges Thema. Da gehören Birnbäume als Spalierobstbäume unbedingt dazu, vor allem weil warme, sonnige Standorte wie vor Südwestmauern ohnehin ihrem sehr ausgeprägten Wunsch nach etwas geschützteren Standorten sehr entgegenkommt. Gewissermaßen als Standardformen gelten U- und Doppel-U-Spaliere, aber auch Fächerspaliere. Anwärter für Spaliere sind vor allem Sorten französischen Ursprungs wie ‚Williams Christ‘, ‚Gellerts Butterbirne‘, ‚Alexander Lukas‘ und weitere. Blühende und fruchtende Birnenspaliere wirken ausgesprochen attraktiv, sind zugleich schön und nützlich, letzteres auch fürs Klima.   

Innerhalb des Gartenraumes gibt es noch mehr Plätze für Birnbäume. Entlang der Grundstücksgrenze könnten die neuen, extrem schmalen, kleinwüchsigen Säulenbäume wachsen, mit bestimmten Sorten wie ‚Condo‘ oder ‚Dekora‘, die auf den einstämmigen Wuchs genetisch festgelegt sind, deswegen so gut wie nicht geschnitten werden müssen und also auch für Laien geeignet sind. Man muss allerdings berücksichtigen, dass solche Bäume gute Wachstumsbedingungen brauchen und grundsätzlich nicht alt werden. Da sie gut in Kübeln wachsen, eignen sie sich auch für Terrasse, Balkon, Dachgarten.   

Cordons ist der fachmännische Ausdruck für Schnurbäume, wie sie früher gern in den Gärten eingesetzt wurden. Heute entspricht das Einjährigen Veredelungen, mit denen man Spaliere, Grenzpflanzungen, vor allem Laubengänge, aus Birnbäumen gestalten kann, was allerdings größere Fachkenntnisse der Obstbaumerziehung voraussetzt.   

Ilse Jaehner   

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