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Dieses Wort lässt sich als Stammblütigkeit übersetzen und bedeutet, dass die Blüten hauptsächlich an mehrjährigen verholzten Trieben oder direkt am Stamm angesetzt werden. Aus diesen Blüten gehen dann auch Früchte hervor, die zuweilen große Dimensionen erreichen können.
Das Thema Stammblütigkeit ist an sich nicht neu, denn fast täglich habe ich es mit dem Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua) zu tun. Ein anderes Gehölz, dem ich recht häufig begegne, der Judasbaum (Cercis siliquastrum), weist diese Besonderheit der Stammblütigkeit auf. Letzteren bekommt man gelegentlich auch schon mal bei uns zu sehen. Mittlerweile ist das Farbenspektrum der Blüten auch etwas breiter geworden. Neben den gängigen rosa-roten Blüten gibt es diese auch schon in Weiß.
Bei den Genusspflanzen, die Kauliflorie zeigen, ist auch der Kakaobaum (Theobroma cacao) nicht zu vergessen. Stammblütiges Obst kennen wir von Papaya (Carica papaya) und der Karambole (Averrhoa carambola). Der besonderen Form der Früchte wegen, heißt die Karambole auch Sternfrucht.
Dem spektakulärsten Beispiel für ein stammblütiges und stammfrüchtiges Obstgehölz begegnete ich in Vietnam. Es handelt sich um den Jackfrucht-Baum (Artocarpus heterophyllus), dessen Früchte, oder vielleicht besser Baumfrüchte, zu den größten und schwersten gehören, die das Pflanzenreich aufzuweisen hat. Bei einem Gewicht von bis zu 40 kg ist es einleuchtend, dass einzelne Äste kaum in der Lage sind, einzelne oder mehrere Früchte zu tragen, ohne unter dem Gewicht zusammenzubrechen. Der Stamm dagegen schon. Und so sitzen die Früchte zuweilen gedrängt am Stamm entlang. Sieht man vom Johannisbrot- und Judasbaum ab, ist die Erscheinung kauliflorer Blüten und Früchte im Wesentlichen auf tropische Pflanzen beschränkt. Es sollen etwa 130 Pflanzenarten beschrieben sein, die diese Besonderheit aufweisen. Diese Arten verteilen sich auf etwa 70 Pflanzengattungen in 30 Familien. Recht häufig tritt diese Besonderheit innerhalb der Gattung Artocarpus auf, zu der der schon erwähnte Jackfruchtbaum gehört. Die Früchte liefern eine fleischähnliche Substanz, die aber proteinfrei ist und daher auch als veganer Fleischersatz gehandelt wird. Der Baum weist zudem ein enormes Wachstum auf, wobei von 15 Metern Zuwachs in drei Jahren die Rede ist. Das Holz soll sich vorzüglich zum Bau von Möbeln eignen. Zu gegebener Zeit soll das Thema noch vertieft werden.
Thomas Bay