Stecklinge von Pelargonien

Die halten Geranien jung   

Pelargonien, verbreitet Geranien genannt, sind nach wie vor Balkonblumen Nummer eins. Da es erwiesen ist, dass jüngere Exemplare insgesamt besser gedeihen als ältere, gedrungener wachsen, gewöhnlich gut durch den Winter kommen, empfiehlt es sich, immer wieder Nachwuchs zu ziehen, zumal Jungpflanzen schöner als zwei- oder dreijährige Exemplare blühen. Die gängigste und erfolgreichste Weise der Nachzucht ist Vermehrung mithilfe von Stecklingen. Die beste Zeit für den Stecklingsschnitt ist im Juli und in erster Augusthälfte. Als Mutterpflanzen für Stecklingsentnahme empfehlen sich gesunde, gut genährte, jedoch nicht überdüngte Pelargonien.   

Als Stecklinge dienen die Enden von Trieben, so genannte Kopfstecklinge. Man schneidet mit scharfem Messer gut fingerlang wenige Millimeter jeweils unter einem Blattknoten, nie über einem solchen. Blattknoten nennt man die Stellen, wo Blätter am Stiel ansetzen. Die den untersten Blattknoten ansetzenden Blätter des Stecklings, meist eins oder zwei, werden entfernt, entweder mitsamt Blattstiel abgebrochen oder bis auf einen kleinen Stielrest weggeschnitten. Reicht die Zahl von Triebstecklingen nicht, findet sich bei Bodentrieben weiteres Material. Man reißt solche Triebe aus der Erde – Pflanze dabei festhalten –und schneidet dann etwas nach. Unbedingt nötig ist das allerdings nicht, weil sich nicht nachgeschnittene Bodenstecklinge ebenso gut bewurzeln wie andere. Die fertigen Stecklinge trocknen an einem kühlen, schattigen Platz leicht nach, damit sich die Wunden schließen und nach dem Stecken ins Substrat schnell Wundgewebe, genannt Kallus, bildet.  

Jetzt geht es um einen möglichst günstigen Raum, wo die Stecklinge gern Wurzeln bilden. Das wäre zweifellos ein Kleingewächshaus mit ausreichend Wärme, Helligkeit und Luftfeuchtigkeit. Auch ein hell aufgestelltes, etwas größeres, thermostatisch gesteuertes Vermehrungsbeet mit Abdeckhaube eignet sich gut. Außerdem braucht man kleine Anzuchttöpfe und Anzuchtsubstrat oder Stecklingsgemisch aus halb ungedüngtem Torf plus Flusssand. Man setzt, je nach Größe der Töpfe, je Topf einen Steckling, zwei oder drei. Einmal angießen. Für hohe Luftfeuchtigkeit sorgt eine Abdeckhaube oder man überspannt mit Folie. Es sei hell, doch nicht sonnig, und 20–22 Grad warm, damit die Wurzelbildung in Gang kommt. Nach etwa 3 Wochen sollten schon einige Wurzeln gewachsen sein. Haben die Stecklinge den Topfinhalt durchwurzelt, wird in größere Töpfe und nähstoffreicheres Substrat umgetopft, weiter bei Wachstum gehalten, jedoch deutlich kühler. Die Stecklinge überwintern in den Töpfen hell und kühl bei zunächst 10–15 Grad, später 5–10 Grad, sind regelmäßig zu gießen. Im Februar/März kann man schon in Blumenkästen und dauergedüngtes Substrat umsetzen und wärmer stellen, damit die Pflanzen bereits im April zu blühen anfangen.             

Ilse Jaehner   

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