Andenstrauch macht sich nützlich

Den ziehen wir an Land      

In den Bergen der Anden Nordamerikas wächst ein strauchiges Gehölz wälderweise. Die Einheimischen kennen es gut, denn sie nehmen es gern als Brennmaterial oder schnitzen nützliche Gerätschaften aus seinem Holz. Der Strauch ist dadurch dermaßen nützlich geworden, dass die Bestände mittlerweile stark schrumpfen und man unbedingt etwas weniger holzen müsste. Hierzulande nennt man das Gehölz Andenstrauch. Man begegnet ihm zunehmend, denn es macht als Garten- und Kübelpflanze Karriere. Immer mehr lernen die Pflanze kennen und schätzen. Allgemein bekannt über seine Heimat hinaus ist der Andenstrauch allerdings schon seit 1732, nachdem ein spanischer Reisender auf ihn traf und von ihm berichtete. Die Pflanze wurde nach diesem Mann botanisch benannt und heißt mit vollem Namen Escallonia macrantha.    

Der Kleinstrauch wird schon mal höher als 150 cm und ebenso breit. Von Natur aus schätzt er Küstenklima mit entsprechendem Wind. In solchen Gegenden wächst das Hartlaubgewächs mit etwas verdickten, am Rand gezähnten, dunkelgrün-glänzenden, ledrigen, glatten Blättern. Sie stehen in schönem, farbigem Kontrast zu den Blütenrispen am Ende der Triebe und umgeben sie mit aromatischen Düften. Botaniker unterscheiden solche mit weißen und andere mit roten Blüten. Wichtigste rote Form heißt Escallonia macrantha rubra. An der südlichen englischen Nordatlantikküste trifft man vielerorts auf Escallonia-Hecken und ist besonders begeistert von deren Anblick in blühendem Zustand. Da der Strauch bis 5 oder 10 Grad minus frosthart ist, steht nichts der Pflanzung auch im Küstenbereich des europäischen Festlandes entgegen, wo milde Winter es zulassen. Die Erde für Andenstrauch sei lehmig, etwas sandig oder kiesig. Blütezeit ist von Juni bis Oktober.     

Anderweitig hat man seine Freude am Andenstrauch als Kübelpflanze. Mit ihren immergrünen Blättern und den vielen Blüten über lange Zeit macht sie sich auf dem Balkon, in Gartenhöfen, in Nähe von Terrassen sehr gut. Der Umgang sollte gelingen, weil der Strauch nicht so groß wird wie manche andere Kübelpflanze und leichten Frost verträgt, solange der Kübelinhalt nicht gefriert. Hin und wieder wird während der Wachstumszeit gedüngt und immer ausreichend feucht gehalten, überwintert in Klimagegenden mit Winterfrost unter Schutz kühl und hell. An einer vom Haus geschützten Stelle im Garten mit guter Bodendecke hält er es in wintermildem Klima draußen aus. Sollten Triebe zurückgefroren sein, schneidet man entsprechend. Nach mehreren Jahren lichtet man regelmäßig nach der Blüte etwas aus, entfernt vor allem abgestorbenes, beschädigtes Holz. Das sollte man auch bei Hecken beibehalten, obwohl sich das bei der dichten Stellung der einzelnen Pflanzen nicht einfach machen lässt. Vermehren kann man mit fingerstarken Sommerstecklingen, die sich in feuchter Luft und Bodenwärme gut und rasch bewurzeln. 

Ilse Jaehner    

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