Dieser Monat ist noch Winter
Noch ist Winter, keineswegs nur auf dem Kalender, häufig auch in echt. Man überstürze nichts, sondern richte sich nach der Witterung. Bei günstigem, frostfreiem Wetter wird der Schnitt von Obstgehölzen fortgesetzt und zum Abschluss gebracht. Meist ist in dieser Hinsicht noch eine ganze Menge zu tun. Vor allem viele Johannis- und Stachelbeersträucher haben Auslichtungs- oder Verjüngungsschnitt oft dringend nötig.
Sofern der Boden frostfrei ist, geht es an das Pflanzen von Obstgehölzen aller Art, nur nicht von Wein und Kiwi, die erst im April oder Mai gesetzt werden. Mit Ausnahme von Beerenobstbüschen brauchen alle neu gesetzten Obstgehölze stützende Pfähle. Vor oder gleich nach der Pflanzung erfolgt unbedingt sachgemäßer Rückschnitt der Triebe. Ganz wichtig ist, dass die Neulinge gründlich angegossen werden und während der Trieb- und Blütezeit nicht unter Wassermangel leiden. Dazu trägt Mulchen mit organischem Material im Wurzelbereich bei.
Das Frühbeet muss für erste Kulturen fit gemacht werden. Damit sich die Erde darin ausreichend erwärmt, werden Fenster aufgelegt. Frühe Saaten oder Pflanzungen, dort schon im Februar, setzen Wärmespender voraus: Mist- oder Laubpackungen oder Bodenheizung. Ab Ende des Monats genügt meist die Kraft der Sonne, um das Beet ausreichend zu erwärmen. Wer es gar nicht mehr abwarten kann, sät im Frühbeet zuerst Stielmus, Spinat, Schnittsalat, Kresse, Radieschen.
Auch das Kleingewächshaus wird einsatzbereit gemacht und alle Hilfsmittel zu Saat und Anzucht griffbereit: Saatschalen, Pikierkisten, Töpfe der gängigsten Größen für Jungpflanzen, Anzuchtsubstrat, Torf und Sand, Folien und Vliese. Außerordentlich nützlich bei der Jungpflanzenanzucht ist ein kleines Vermehrungsbeet mit durchsichtiger Abdeckhaube und thermostatisch gesteuerter Heizung. Ist alles bereit, kann im Gewächshaus gesät werden, zuerst Kohlarten, Sellerie, Paprika, Kopfsalat, Tomaten. Qualitätssaatgut kommt praktisch nur in Keimschutzpackungen in den Handel. Sind solche Packungen einmal angebrochen, verliert der Samen darin rasch an Keimfähigkeit. Ein gut ausgearbeiteter Bestellungsplan sorgt dafür, dass eben keine Saatgutreste bleiben.
Da der Appetit auf frisches Grün im Nachwinter besonders groß ist, doch draußen kaum was zu holen ist, treibt man am Fenster Kresse, Senf, Löffelkraut, Keimsprosse, im Keller Chicorée- und Löwenzahnwurzeln. Schmackhaftes Gemüse aus dem Freiland liefert in erster Linie Feldsalat. Dem bekommt jetzt eine kleine Kopfdüngung gut.
Ilse Jaehner