Das leistet die Venusfliegenfalle
Besonders in der kalten Jahreszeit erfreuen sich einige Naturliebhaber an ihren Pflanzen im Wohnraum und interessieren sich manchmal zusätzlich für deren Funktionsweise. Die fleischfressende Venusfliegenfalle, lateinisch (Dionaea muscipula) ,zum Beispiel, ist eine dieser beliebten Zimmerpflanzen.
Eines unterscheidet sie von diesen: Sie ist gegen Berührungen empfindlich und benötigt Fleisch zum Überleben. Pflanzenforscher Professor Rainer Hedrich, der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg erklärt, wie die Pflanzen an das dringend benötigte Kalium gelangen und warum die Forschungsergebnisse für das gesamte Ökosystem wichtig sind.
Venusfliegenfallen reagieren auf Betäubung ähnlich wie Tiere und Menschen
Sönke Scherzer, der Erstautor der Studie, zeigt, dass die Venusfliegenfalle nicht nur der Pflanzenforschung, sondern auch der Medizin als Studienobjekt dienen kann. Mit ihr sei es möglich, zum Beispiel den Wirkmechanismus von Arzneimitteln, ohne Versuche an Tieren, zu untersuchen. Professor Rainer Hedrich konnte 2016 zeigen, dass die Venusfliegenfalle wie ein Mensch Berührungen nicht nur wahrnehmen, sondern die Impulse der Berührung zählen und sich merken kann. Für das Team lag es nahe, weiterführend zu testen, wie sich zum Beispiel Narkosemittel, die für das Anfassen unempfindlich machen, auf den Berührungssinn der fleischfressenden Pflanze auswirkt. Wissenswert dabei ist, dass die Venusfliegenfalle zwar kein ausgeprägtes Nervensystem wie Tiere und Menschen besitzt, sie hingegen elektrische Informationen in ihrem Gewebe weiterleitet. Bei einigen medizinischen Behandlungen, die für den Patienten schmerzhaft sein können, wird bei Operationen, Geburten und in der Palliativmedizin, um Patienten den Schmerz zu nehmen, seit über 100 Jahren Äther eingesetzt.
Claude Bernard wies schon 1878 nach, dass die berührungsempfindliche Pflanze Mimosa pudica unter dem Einfluss von Äther auf Berührungen nicht mit dem Schließen ihrer Blätter reagiert. Er schloss daraus, dass Pflanzen und Tiere eine gemeinsame biologische Essenz haben müssen, die durch Betäubungsmittel gestört wird. Pflanzenforscher Professor Rainer Hedrich erklärt, dass wenn wir diese Pflanzen berühren, Elektroimpulse ausgelöst und extrem schnell weitertransportiert werden, damit so die Falle zuschnappt und tierische Beute gefangen werden kann. Für ihn und sein Team war es interessant zu erfahren, ob diese Empfindlichkeit wie beim Menschen ausgeschaltet werden kann.
Die Venusfliegenfalle zeigt den Wirkmechanismus von Äther
Sönke Scherzer, der Erstautor der Veröffentlichung gab bekannt, dass die betäubten Fallen Berührungen zwar lokal wahrnehmen, sie aber nicht weiterleiten können. Die Würzburger Forscher untersuchten die Haare in den Fallen und fanden dabei heraus, dass nur die Haare von ausgewachsenen Fallen das schnelle Kalzium-Signal auf Berührungen hin auslösen. Unreife Fallen hingegen haben dieses Signal nicht und können daher auch keine Beute fangen.
Dieses Futter brauchen Venusfliegenfallen
Der besondere Reiz in der Haltung einer fleischfressenden Pflanze wie der Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) liegt bei den meisten Liebhabern darin, sie beim Fangen der Beute zu beobachten. Wenn sich längere Zeit kein Insekt blicken lässt, neigen ihre Betreuer dazu, selbst auf die Fliegenjagt zu gehen und ihre Venusfliegenfalle mit Insekten aus dem heimischen Umfeld zu füttern. Es ist dabei zu bedenken, dass diese Orchidee nicht jedes Futter verträgt.
Was passiert wenn…
Es ist nachvollziehbar, dass besonders Kinder neugierig sind, was passiert, wenn sie einen Finger in die Klappfalle halten. Besser ist es, es bei einem Versuch zu belassen, weil so die Venusfliegenfalle unnötig Energie verbraucht. Generell hat die Venusfliegenfalle, die als Zimmerpflanze gezüchtet wurde, nur einen geringen Appetit auf Insekten. Sie ist meist durch einen kaliumreichen Dünger mit Nährstoffen versorgt. Bei einer Fütterung ist zu beachten:
Welche Pflege ist erforderlich?
Die Venusfliegenfalle mag eine dauerhaft feuchte Umgebung, sogar Staunässe, gerne. Das macht die Umgebung für Schimmelpilze anfällig. Es ist der Schachtelhalm, der Pilze in seinem Umfeld eindämmt und darum in der Nähe von Orchideen gut gedeiht. Im Normalfall, wenn sie Zugang zu Insekten hat, braucht die Venusfliegenfalle keine zusätzliche Düngung.
Monika Hermeling