Gartenbalsamine – stammt aus dem Himalayagebiet

Unbändiger Wuchs bedroht Naturstandorte         

Vor gut einem Dutzend Jahren war die Gartenbalsamine bei uns noch völlig unbekannt. Diese zu den Springkräutern gehörende Pflanze hat sich mit Hilfe ihrer aufplatzenden Samenkapseln und den zahlreichen weit fliegenden Samen innerhalb weniger Jahre stark verbreitet. Im Volksmund heißen die Springkräuter auch „Rühr-mich-nicht-an“, da die reifen Kapseln bei der geringsten Berührung ihre Samen herausschleudern. Alle Springkräuter sind nicht in Europa beheimatet. Ende letzten Jahrhunderts kamen sie in unsere Botanischen Gärten und Parks und haben sich wie so manch andere Pflanze auch von dort ausgewildert.         

Auffällig ist die in den letzten Jahren stark verbreitete Art der Gartenbalsamine, die auch unter dem Namen Drüsiges oder Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera) bekannt ist, durch ihren unbändigen Wuchs. Als einjähriges Kraut erreicht sie eine Höhe von über drei Metern mit imposanten rohrstarken Stängeln. Jetzt im Spätsommer bis zu den ersten Frösten erscheinen die zahlreichen in Traubenform wachsenden, rosa oder purpurvioletten Blüten, die durch ihren Sporn mit kurzem, gekrümmtem Anhängsel auffallen. Obwohl die Pflanze aus dem Himalayagebiet stammt, spielt sie auch für die hiesige Tierwelt eine Rolle; denn zahlreiche Insekten finden hier Pollen und Nektar. Gerade die Hummeln kann man den ganzen Tag über an den Blüten beobachten: neben Comfrey im Frühling, Eisenhut und Phacelia im Sommer, scheint die Gartenbalsamine ihre Lieblingspflanze im Herbst zu sein. In naturnahen Gärten hat sich dieses Springkraut als Insektenfutterpflanze deshalb in den letzten Jahren einen festen Platz erobert.

Auf feuchtem, nährstoffreichem Boden entwickeln sich die Pflanzen rasch zu wahren Riesen und überzeugen durch ihre lange Blütezeit. Sie bilden allerdings auch Hunderte von Samen, die im weiten Umkreis fortgeschleudert werden. Die auflaufenden Pflänzchen erkennt man recht schnell an ihren zwei großen runden Keimblättern. Unerwünschte Pflanzen kann man in diesem Stadium am besten durch Hacken beseitigen; später zieht man sie einfach aus und lässt sie liegen. Um eine zu üppige Ausbreitung auszuschließen, bietet sich ein Solitärstandort am Rasen oder vor Gehölzen an; unerwünschte Pflanzen lassen sich dort leicht abmähen oder ausziehen. Auch wenn die Gartenbalsaminen zu zahlreichen Pflanzen auflaufen, lohnt es sich, immer nur einige mit einem Abstand von einem halben Meter wachsen zu lassen, da sie sich erst zu imposanten Erscheinungen entfalten, wenn sie genügend Platz haben. In Stauden- und Blumenbeeten, wo das Springkraut schnell lästig wird, empfiehlt es sich schon mal, nach der Blüte die unreifen Samen abzuschneiden, um einer flächendeckenden Keimung im ­nächs­ten Jahr zu entgehen.       

Bei aller Sympathie für diese Pflanze sollte eine Aussaat von Balsaminen außerhalb von Gärten unterbleiben, da sie sich in der Natur schlagartig ausbreiten und heimischen, für die Tierwelt unersetzlichen Pflanzen die Lebensgrundlage nehmen.     

Mit den ersten Frösten stirbt die Gartenbalsamine schlagartig ab und kann zum Mulchen über Winter einfach liegen bleiben; bis zum Frühjahr ist nur noch der kräftige Stängel übrig.     

Peter Busch

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