Wie schlafen Wildbienen und Hummeln im Winter?

Es gibt, so die Deutsche Wildtierstiftung, etwa 585 Bienenarten, allein in Deutschland. Interessant zu wissen, dass es immer noch neue Erkenntnisse zu Bienen gibt. Honigbienen und ihr Leben sind vielen Menschen bekannt. Sie leben in einem Volk, das von einer Königin regiert wird.

Wildbienen sind im Gegensatz zu den Honigbienen und Wespen Einzelgängerinnen.    
Manuel Pützstück, ist Wildbienen-Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. Er ist besonders in der kalten Jahreszeit um den Bestand der Tiere besorgt und gibt Hinweise dazu, wie Wildbienen den Winter überstehen.    
Manuel Pützstück informiert, dass im Spätherbst die Saison der alleinlebenden Wildbienen zu Ende geht. Zu diesem Zeitpunkt sterben meist die letzten Weibchen. Dieser jährlich stattfindende Prozess bleibt für ihre Nachkommen ohne negative Folgen.  
Für den Nachwuchs der Einzelgängerinnen ist gesorgt. Frühzeitig haben die Wildbienen in hohlen Pflanzenstängeln, selbstgegrabenen Gängen in der Erde oder in Totholz ihre Brutzellen angelegt. Hier ist die nächste Generation gut versorgt mit Nektar und Pollen und kann überwintern.


Wie leben die Larven?    

Wenn die Larven sich verpuppt haben, wird es für sie gemütlich. Sie liegen geschützt und behütet in einem kleinen Nest. Bis zum Frühjahr, wenn warme Temperaturen anzeigen, dass die Winterruhe vorbei ist. Dann schlüpfen die fertigen kleinen Bienen. Wissensdurstige fragen sich manchmal konkreter, wie die später fleißigen Bienen in diesem Larvenstadium schlummern.  


Wie schlafen die Wildbienen ­buchstäblich?    

Manuel Pützstück erklärt, dass, ebenso wie wir Menschen, die Wildbienen bei der Winterruhe, beim Schlafen eine Lieblingsposition haben. Einige Arten beißen sich zum Beispiel während der Nachtruhe an dünnen Zweigen fest. Dabei umschlingen ihre Beine die Zweige. Kopf und Fühler lassen sie entspannt Richtung Boden hängen.    


Hummeln schlafen anders    

Hummeln gehören zwar ebenfalls zu den Wildbienen, sie überwintern hingegen anders. Sie ziehen im Lauf des Jahres möglichst viele kräftige, neue Jungköniginnen heran. Die bisher aktiven Hummeln sterben ab und die neuen Hummeln suchen sich einen guten Platz zum Überwintern. Manuel Pützstück schildert, dass diese dazu ein ,Schlafzimmer‘ im Erdboden mit geringer Sonneneinstrahlung aufsuchen. Dadurch ist gewährleistet, dass die Hummeln im Frühjahr erst dann erwachen, wenn sie sich lange genug ausgeruht haben und ein Überleben gewährleistet ist. Jede dieser Überwinterungsmöglichkeiten ist, um eine stabile Temperatur zu ermöglichen, in nordwestlicher Richtung angelegt.    

Unter Hunger brauchen Hummeln während der Überwinterung nicht zu leiden. Die zukünftigen Chefinnen haben sich im Herbst ein kleines Fettpolster angefressen. Somit sind sie bestens auf die Kälte vorbereitet: Durch die vermehrte Produktion eines eigenen Frostschutzmittels im Körper sind die Insekten für Temperaturen von bis zu −19°C gewappnet.   

Ganz ungefährlich ist das Überwintern der neuen Wildbienen-Generationen trotz aller guten Vorbereitungen  nicht. Bei Hummeln beispielsweise überlebt von zehn Hummel­königinnen nur eine den Winter. Von den solitär lebenden Wildbienen erleben nur rund 25 bis 30 Prozent den nächsten Sommer. Dafür gibt es viele Ursachen.   


Was bedroht die Wildbienen?   

Besonders die ständig wechselnden Witterungseinflüsse in der Winterruhe, wenn zu ungewöhnlichen Zeiten starke Temperaturanstiege und ‑stürze sich abwechseln, sind Wildbienen stark gefährdet. Erdboden und Totgehölze gefrieren dann und tauen willkürlich auf. Damit verunsichern die Tiere, weil es nicht immer schon Zeit zum Start in die neue Saison ist.   


Was können Gärtner tun – um ­Wild­bienen zu unterstützen?    

  • Für Naturliebhaber, wie Gärtner es sind, ist die Fürsorge von Insekten und besonders für Bienen selbstverständlich geworden. Sie sorgen beispielsweise im Herbst, indem sie Totgehölze im Garten liegen lassen, und mit einer Aussaat von Ackerbohnen im Vorfrühling, für zeitiges Futter. Wer dabei helfen möchte, dass Wildbienen sicher überwintern, kann in seinem Garten, im Spätherbst Kompost- oder Reisighaufen, abgestorbene Pflanzenstängel oder Maulwurfshügel stehen lassen.   
  • Zusätzlich bieten sie ganzjährig eine Pflanzenvielfalt an. Denn letztendlich sind sie es, die von der Arbeit der Insekten, der Bestäubung von Obst und Gemüse profitieren.     
  • Damit die Vielfalt der Insekten regional erhalten und gefördert wird, bieten Naturschutzorganisationen Informationsmaterial zum Thema an. Die Information über Bienen wird von Fachverbänden und zahlreichen Imkern ergänzt.    

Monika Hermeling

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