Nematoden – Was Gärtner zum Thema hilfreiche Nematoden wissen sollten

Nematoden sind Fadenwürmer und zählen zu einer Tiergattung deren Mitglieder teilweise für Menschen, Tiere und Pflanzen schädlich sind und andere, die als Fäulnisbewohner (Saprobionten) im Kompost, dem Bokashi oder in der Gartenerde bei der Umsetzung des Bioabfalls und der Qualitätssteigerung des Bodens helfen. Die Fadenwürmer der Gattung Heterorhabditis sind räuberisch, und gelten trotzdem als Nützlinge, weil sie beispielsweise Engerlinge als Wirte für die eigene Fortpflanzung nutzen und zur Minimierung von Dickmaulrüsslern, Engerlingen und Schnecken beitragen. Diese Nematoden-Nützlinge können, bei Bedarf, im Fachhandel erworben werden. Sie sind dann meist in einem Tongranulat eingebettet.   


Welche Insekten werden durch Nematoden beseitigt?    

  • Trauermücken
  • Dickmaulrüssler
  • Engerlinge
  • Ameisen
  • Schnecken
  • Kirschfruchtfliegen
  • Buchsbaumzünsler
  • Maulwurfsgrillen
  • Thripse
  • Wiesenschnaken


Was macht Nematoden zu Nützlingen?    

Fadenwürmer sind klein und bewegen sich aktiv im Boden. Durch ihre Wendigkeit treffen sie schnell auf ihre spezielle Wirtspflanze oder auf anderes Futter. Sie dringen zum Beispiel über Körperöffnungen in das Innere von Insekten als Wirt ein und nutzen deren Körper zur Eiablage und Ernährung der Larven. Dabei sind ihnen Bakterien behilflich. Ein Vorteil bei der Behandlung mit nützlichen Nematoden ist, dass ihr Einsatz keine negativen Nebenwirkungen für Pflanzen oder die Umwelt hat.    


Gegen welches Insekt wird zu welchem Zeitpunkt behandelt?   

Wann der richtige Zeitpunkt im Jahr ist, um eine Behandlung mit Nematoden durchzuführen, hängt vom Schädling und der Witterung ab. Denn wenn es zu kalt oder zu trocken ist, sind die Nematoden nicht aktiv. Da in der Regel nur die Larven des Schädlings im Boden bekämpft werden können, sollte der Zeitpunkt so gewählt werden, dass der Schädling sich im Larven-Stadium befindet. Die Bodentemperatur muss für die jeweilige Nematoden-Art stimmen. Bei zu niedrigen Temperaturen stellen die Nematoden ihre Aktivität komplett ein. Die meisten Arten können bei einer Bodentemperatur zwischen 12 und 28 °C eingesetzt werden.   


Bedarfsermittlung und Anwendung   

Welche Menge von Nematoden-Nützlingen für den eigenen Bedarf benötigt werden, kann einfach errechnet werden. Als Faustregel gilt:     

Für einen Quadratmeter Fläche werden etwa 500.000 Fadenwürmer benötigt.    

  • Kurzfristig können sie bei 4 °C und 8 °C gelagert werden. 
  • Aktiv werden sie bei einer Temperaturen ab 12 °C 


Das Granulat wird im lauwarmen Wasser, bei einer dauerhaften Außentemperatur von 12 °C , mit einer Gießkanne auf den feuchten Boden, ins Beet von Möhren, Sellerie, Erbsen, Spinat, Gurken, Tomaten oder Kartoffeln  aufgebracht. Im Prinzip ist kein Gewächs vor Nematoden sicher. Erfahrungswerte zeigen hingegen, dass es durchaus Pflanzen gibt, die eigene Abwehrmechanismen gegen die wurzelschädigenden Nematoden entwickelt haben. Damit die Nematoden sich gut entwickeln können, sollte der Boden in den nächsten Wochen feucht gehalten werden. Ideal dazu ist ein warmer Frühlingsabend, weil Nematoden empfindlich gegenüber UV-Licht sind.     


Sind Nematoden dauerhaft wirksam?      

Die eingebrachten Nematoden sind bei sehr guten Bedingungen zwar mehrere Monate im Boden, doch ihre Anzahl sinkt stetig. Erste abgestorbene Larven sind bereits nach wenigen Tagen im Boden sichtbar.    

Wenn beispielsweise Larven des Dickmaulrüsslers (Otiorhynchus) von Nematoden erfolgreich besiedelt wurden, verfärben sich diese rot-braun. Vielfach wird die Behandlung wiederholt.    

Monika Hermeling

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