Gründüngung – auch Bohnen, Erbsen und Klee können verwendet werden
Neu ist die Idee der Gründüngung nach der Haupternte der Gemüsebeete nicht; schon die Römer nutzten die Wolfsbohne, ähnlich unserer heutigen Lupine, zu diesen Zwecken. In den letzten Jahrhunderten gewann die Gründüngung dann an Bedeutung, als Lupinen in die Brachflächen der damaligen Dreifelderwirtschaft eingesät wurden. Abgeschaut ist die Gründüngung dem Vorbild Natur, wo der Boden ständig bedeckt ist. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Blätter der Pflanzen beschatten den Boden und verhindern eine unnötige Verdunstung, das Bodenleben wird angeregt und aktiviert, die Bodenkrume nicht weggewaschen oder fortgeweht.
Durch den Aufbau von Grün- und Wurzelmasse wird den Bodenorganismen viel Nahrung angeboten. Dies führt dazu, dass Nährstoffe neu aufgeschlossen und dadurch nachfolgende Kulturen in ihrem Wachstum begünstigt werden.
Zu Zwecken der Gründüngung lassen sich zahlreiche Pflanzen verwenden. Am bekanntesten sind sicher die Leguminosen, zu denen Bohnen, Erbsen, Klee und Lupinen gehören. An den Wurzeln dieser Pflanzen bilden sich in einer Art Lebensgemeinschaft Knöllchen, in denen Bakterien der Spezies Rhizobium leben. Diese ernähren sich von den Zellsäften der Pflanze und sind in der Lage, Luftstickstoff organisch zu binden. Die Pflanzen ziehen aus diesem Vorgang Nutzen, indem sie die Produkte dieser Stickstoffbindung als Nährstoffe verwenden. Deshalb schneidet man die Pflanzen im Spätherbst auch nur oberirdisch ab und lässt die Wurzeln mit den Knöllchenbakterien im Boden, damit sie von anderen Bodenorganismen weiterverwendet werden können. Pflanzt man dann im nächsten Jahr Starkzehrer, wie z.B. Kohl auf diese Beete, so können auch diese Pflanzen von der Symbiose profitieren bzw. die Wurzelreste dieser Gründüngungspflanzen dienen dann als Nährstoffe.
Mit Recht kann man bei der Auswahl unter den Leguminosen die Einsaat von einjährigen Lupinen ganz besonders empfehlen, denn neben der Fähigkeit, Stickstoff zu binden, gehören diese Pflanzen zu den besten einjährigen tief wurzelnden Bodenaufschließern. Für eher leichte Böden empfiehlt sich die Einsaat der gelben Lupine; bei schweren Böden ist die blaue Lupine zu bevorzugen. Beliebt sind zur Aussaat auch diverse Gründüngungsmischungen, wie Landsberger Gemenge oder Kombigemenge, die häufig eine Mischung aus Stickstoff- und Wurzelbildnern sind.
Bevor die Gründüngung eingesät wird, ist es wichtig, die betreffenden Beete von Wildkräutern zu säubern und tiefgründig mit dem Sauzahn oder dem Kultivator zu lockern, um das Wurzelwachstum der Gründüngungspflanzen zu fördern. Kleine Gaben von Kompost, Steinmehl oder Tonmineralien verbessern die Bodenqualität.
Die Aussaat von Lupinen erfolgt spätestens bis Ende August, die Saattiefe beträgt drei bis vier Zentimeter, die Saatmenge liegt bei ca. 20 Gramm pro Quadratmeter. Bei den warmen Bodentemperaturen im Spätsommer keimen die Samen rasch und bedecken meist schon als junge Pflanzen die Beete. Gerade zeitig eingesäte Gründüngungspflanzen blühen dann im Herbst wunderschön auf und sind eine hervorragende Bienenweide. Da eine Aussaat der Lupinen nicht erwünscht ist, wird spätestens nach der Blüte das Kraut abgeschnitten und damit werden die Beete bedeckt. Über Winter bildet diese Pflanzendecke eine schützende Schicht. Im folgenden Frühjahr werden die abgefrorenen Pflanzenteile abgeharkt oder lediglich Saatrillen gezogen.
Peter Busch