Rosen über Stecklinge vermehren

Ein duftender Rosenbusch darf in keinem Ziergarten fehlen. Nicht ohne Grund wird die Rose seit der Antike als “Königin der Blumen” bezeichnet. Ihre Schönheit und ihr Duft faszinieren die Menschen schon seit Jahrtausenden – und das nicht nur bei uns. Die heutigen Gartenrosen stammen nicht von der in Europa heimischen Wildrose ab, sondern wanderten aus Asien über Griechenland nach Rom bei uns ein. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 30.000 Rosensorten.   
Wen das Rosen-Fieber mal gepackt hat, kann kaum mehr aufhören mit dem Sammeln von besonderen Rosenvarietäten. Das kann schnell zu einem teuren Hobby werden, vor allem, wenn man neue Rosenpflanzen immer zukauft. Ein einfacher Trick, um kostengünstig an neue Rosen heranzukommen, ist die Stecklingsvermehrung. Der Vorteil dabei gegenüber der Anzucht aus Samen ist, dass die neuen Pflanzen exakt die gleichen Eigenschaften haben, wie die Mutterpflanze.    


Vermehrung durch Stecklinge      

Rosen lassen sich durch Stecklinge am besten im Sommer vermehren, etwa zwischen Juni und August. Der richtige Zeitpunkt, um Stecklinge zu schneiden ist, wenn ein diesjähriger Zweig kurz vor der Blüte steht. Den Zweig schneiden Sie mit einer sauberen Gartenschere ab. Zunächst entfernen Sie den weichen, oberen Teil. Dann schneiden Sie den Zweig in mehrere Abschnitte, jeweils direkt oberhalb eines Blattes. Jeder dieser Abschnitte ergibt einen Steckling, aus dem eine neue Pflanze entstehen kann. Die Stecklinge stecken Sie in ein Anzuchtsubstrat, und zwar so tief, dass die Blätter gerade über der Erde stehen. Wahlweise können Sie die Stecklinge vor dem Pflanzen in einen pulvrigen Wurzelaktivator tauchen. Die Schale mit den Stecklingen sollte feucht gehalten werden und an einem hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung stehen. Hilfreich kann eine durchsichtige Haube über der Schale sein. Nach etwa fünf bis acht Wochen haben die kleinen Pflänzchen ausreichend Wurzeln gebildet. Dann sind sie bereit zum Pikieren oder um an einem geschützten Ort im Garten ausgepflanzt zu werden.    


Vermehrung durch Steckhölzer

Alternativ können Rosen im Herbst auch durch Steckhölzer vermehrt werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist zwischen Ende September und November. Dafür schneiden Sie etwa zwanzig Zentimeter lange, verholzte Triebe ab. Entfernen Sie die Spitze mit einer eventuellen Blüte sowie die Blätter und Dornen an der unteren Hälfte des Steckholzes. Auch hier hilft es, das Steckholz zunächst in ein Bewurzelungspulver zu tauchen. Die Pflanzenhormone lassen das Holz wissen, dass es Wurzeln bilden soll. Das Steckholz können Sie entweder direkt an den gewünschten Standort im Garten stecken, oder zunächst in einen Pflanzbehälter mit Anzuchtsubstrat, den Sie etwa bis zur Hälfte in den Boden eingraben. Im Frühjahr sollten die Pflänzchen zahlreiche Wurzeln gebildet haben und anfangen, neue Triebe zu bilden. Egal, für welche Vermehrungsmethode Sie sich entscheiden: wichtig ist, dass Sie die neuen Triebe entspitzen, damit die Rosenpflanze sich gut verzweigt.     

Naomi Bosch   

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