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Septembersaat sichert Qualität
Was Körnergerste für Landwirte, ist Mähnengerste für Gartenbesitzer. Die ein- bis zweijährige Hordeum jubatum stammt aus Nord- und Mittelamerika, bürgerte sich in Mitteleuropa ein und entzückt als Ziergras. Von Juni bis August/September blüht beziehungsweise fruchtet es mit 5–12 cm langen, stets etwas zur Seite geneigten Ähren an schlanken, 40–60 cm hohen Halmen. Die verwandtschaftlichen Beziehungen zur Feldgerste erkennt man leicht an den langen, starren Grannen, auf die sich auch der Name Mähnengerste bezieht. In Nordamerika nennt man das Gras wegen dieser wuscheligen, langen Ähren Squirrel-Tail-Grass, Eichhörnchenschwanzgras.
Der Wind sucht sich gern die Mähnengerste als Spielgefährten. Oft streichelt er die Ähren wellenförmig. Dann leuchten die an der Spitze rosa bis rosaviolett überlaufenen Grannen im Sonnenlicht auf. Im späteren Verlauf des Blühens verfärben sie sich gelblich, und die ganzen Ähren wirken weißlich. Das ergibt einen wunderbaren Kontrast zum Beispiel mit sommer- und herbstblühendem Heidekraut. Wie dieses wirkt Mähnengerste am eindrucksvollsten in der Vielzahl und verständlicherweise am besten neben rot- und rosablühenden Callunasorten. Man kann außerdem gruppen- oder horstweise in bunte Sommerblumenbeete einstreuen oder als Kante Staudenrabatten umrahmen. Die Pflanzen bleiben bis in den Frühherbst hinein schön. Als Beiwerk zu bunten Sträußen macht sich Mähnengerste prima, ebenso in Trockensträußen. Zu letzteren sind die Halme zu schneiden, bevor die Grannen gelb werden, weil andernfalls die Ähren zerfallen.
Besonders üppige Bestände wachsen nach Saat im September. Man sät auf ein Freilandbeet in humose, leichte Erde und verstopft jeweils mehrere Pflanzen Anfang Oktober ins Frühbeet, um sie verlustfrei zu überwintern und im Frühjahr ins Freie zu setzen. Dieses Verfahren ist vor allen Dingen in Gegenden mit strengeren Wintern angebracht. Wo die Winter milde sind, deckt man einfach zu gegebener Zeit einige Fichtenzweige als Schutz über oder sät im Frühjahr (März/April) ins Frühbeet und setzt von da an Ort und Stelle. Oder man macht es sich ganz einfach und sät direkt an den vorgesehenen Platz. So hält man es vor allem in wärmeren Gebieten, wo Wintergerste ohne Fröste überwintert. Dann sollte man jedoch nicht versäumen, rechtzeitig auf 15–20 cm auszudünnen, damit die Pflanzen sich gut bestocken und kräftige Halme bilden. Mähnengerste liebt volle Sonne und humusreichen, durchlässigen, eher etwas trockenen, keinesfalls nassen Boden.
Ilse Jaehner