Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,      

ein Garten ist mehr als ein Stück Land – er ist Lebensraum, Experimentierfeld und Rückzugsort zugleich. Wer gärtnert, weiß, wie eng wir mit den natürlichen Kreisläufen verbunden sind: Wasser, Boden und Luft sind die Grundlagen, aus denen unsere Pflanzen wachsen und auf die wir uns verlassen. Doch diese Grundlagen sind nicht mehr selbstverständlich so rein, wie wir es uns wünschen würden.       

In den vergangenen Jahren ist ein Thema verstärkt in den Fokus der Forschung gerückt, das man auf den ersten Blick nicht mit dem eigenen Garten verbindet: Mikroplastik. Es handelt sich um winzige Partikel, die für das menschliche Auge kaum sichtbar sind, aber dennoch längst ihren Weg in unsere Umwelt gefunden haben – nicht nur in Flüsse und Meere, sondern auch in Böden, Äcker und Gärten. Noch ist vieles unbekannt: Wie genau Pflanzen mit Mikroplastik umgehen, welche Folgen es für ihre Entwicklung hat und wie es sich möglicherweise in Nahrungsketten wiederfindet. Klar ist jedoch, dass Mikroplastik nicht irgendwo „da draußen“ bleibt, sondern Teil unserer unmittelbaren Umwelt ist.      

Gerade für Gärtnerinnen und Gärtner stellt sich daher die Frage, wie bewusstes Handeln und kleine Veränderungen im Alltag einen Unterschied machen können. Wer schon einmal Plastikreste aus einem Beet gesammelt hat oder sich Gedanken über Verpackungen, Pflanzgefäße oder Bodenhilfsmittel gemacht hat, weiß: Auch hier beginnt Verantwortung im Kleinen.       

Welche Erkenntnisse die Forschung bislang gewonnen hat, welche Risiken sichtbar werden und welche praktischen Möglichkeiten es gibt, Mikroplastik im eigenen Garten zu vermeiden, lesen Sie im Beitrag auf Seite 312.      


Ihr Karl Born,      

Vorsitzender des Hauptvorstands

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