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Wenn die Natur im Winter noch grau-braun und trist erscheint, erfreut die Zierquitte mit ihren farbenfrohen Blüten in Rot bis Rosa. Die Zierquitten-Arten stammen alle aus Ostasien. In Europa werden sie jedoch schon seit rund 300 Jahren in Gärten angebaut. Geschätzt werden sie nicht nur wegen ihrer Blütenpracht, sondern auch wegen ihrer leckeren und gesunden Früchte. Im Herbst fallen die kleinen, runden Früchte durch ihre leuchtend gelbe Farbe und ihren fein-aromatischen Duft auf.
Die Frucht der Zierquitte (Chaenomeles) ähnelt zwar der echten Quitte (Cydonia), die beiden Rosengewächse (Rosacea) bilden allerdings zwei getrennte Gattungen. Trotzdem haben ihre Früchte Ähnlichkeiten: beide sind ausgesprochen hart und roh kaum genießbar. Die Zierquittenfrüchte lassen sich durch einen Trick leicht verarbeiten: nach ein paar Stunden im Gefrierfach (oder auch nach dem ersten Frost) werden die sauren Früchte schnell weich. Dann kann man sie entsaften und zu Marmelade, Kompott oder Gelee einkochen (Rezept s. unten). Klein geschnitten lassen sie sich außerdem für Tee trocknen. Da manche Zierquittenarten Dornen haben, trägt man bei der Ernte am besten Handschuhe. Ob sie erntereif sind, erkennt man daran, dass sie tief Gelb gefärbt sind. Im Herbst vor dem ersten Frost, wenn die Früchte noch hart sind, lassen sie sich leichter pflücken.
Geschätzt werden die Früchte außerdem für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften. Sie sind reich an Vitamin C, ätherischen Ölen, Flavonoiden und Pektin. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Frucht auch als „Nordische Zitrone“ bezeichnet wird. In der chinesischen Volksmedizin wird die Zierquitte bei Skorbut und Rheuma eingesetzt und ist für ihre schmerzlindernde, entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung bekannt. Auch auf Leber, Immunsystem und die Darmflora soll sie sich positiv auswirken.
Naomi Bosch
Zutaten: 500 g Zierquitte, 1 kg Äpfel, 600 ml Wasser, 500 g Zucker, Saft von 1 Zitrone
Zubereitung: