|
|
Heilpflanzen – ideal auch zur Begrünung im Garten
Schon in der Volksmedizin des Mittelalters stand diese Pflanze hoch im Rang, bei verschiedenen Leiden zu helfen; heutzutage verwendet die Heilpflanzenkunde die Wirkstoffe als Beruhigungsmittel bei nervösen Beschwerden, wie Schlafstörungen, Herz- und Magen-Darmbeschwerden. Die heilkräftigen Pflanzenteile sind dabei die aus den weiblichen Blütenständen entstehenden Hopfenzapfen mit ihren Drüsenschuppen, die Bitterstoffe, Harze, ätherische Öle und Gerbstoffe enthalten. Gesammelt werden im Spätsommer die Hopfenzapfen, bevor sie völlig ausgereift sind, und anschließend schonend getrocknet. Einen Hopfentee bereitet man zu, indem zwei gehäufte Teelöffel Hopfenblüten mit einem Viertelliter kochendem Wasser überbrüht werden; nach 15 Minuten wird abgeseiht. Zur Beruhigung trinkt man zweimal täglich eine Tasse; als Schlaftrunk hat sich auch eine Tasse Hopfentee, zubereitet mit einem halben Löffel Baldrian, eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen bewährt. In der Regel findet man Hopfen als Beigabe in vielen Teemischungen, und auch zahlreiche Arzneispezialitäten enthalten neben anderen Wirkstoffen Hopfen. Eine Einnahme gilt als unbedenklich, da bei normaler Dosierung keine Nebenwirkungen bekannt sind.
Neben der Verwendung zu Schlafkissen wurden die jungen Hopfentriebe früher als Wildgemüse und die langen, festen Ranken zu Seilen verflochten verwendet; in der Saisonküche erleben die Hopfentriebe zur Zeit wieder eine Renaissance. Als alte Kulturpflanze ist Hopfen dadurch am bekanntesten, dass die Mönche in sehr früher Zeit die Blütenstände zum Aromatisieren und Konservieren des Bieres verwendeten; bereits im 9. Jahrhundert besaßen manche Klöster Hopfengärten.
Heutzutage findet man Hopfen in den Gärten vielfach zu Zierzwecken bei der Begrünung und Verschönerung von Wänden, Rankgerüsten, Pergolen oder Gartenbögen. Etwas ungewöhnlich für eine Kletterpflanze ist beim Hopfen, dass er als Staude jedes Jahr eine Vielzahl neuer, bis zu sechs Meter langer Triebe entwickelt. Diese mit rauen Kletterhaaren besetzten Stängel, die rechtswindend sind, ranken sich willig an Drähten oder Spalieren hoch.
Hopfen liebt einen feuchten, nährstoffreichen und tiefgründigen Boden an einem warmen Standort. Der Pflanze sollte ausreichend Platz gegeben werden, da sie jedes Jahr üppiger erscheint und Nachbarpflanzen schnell zuwuchern kann. Deswegen empfiehlt sie sich nicht neben Großgräsern, wie Bambus, Chinaschilf oder Pampasgras, wo die Triebe ständig in die Gräser hineinwachsen und sie herunterziehen. Hopfen weist man deshalb klar ein Klettergerüst zu und duldet keine Ausreißer.
Um Blütenstände, sei es als Dekoration oder zur arzneilichen Verwendung, zu erhalten, ist es wichtig, weiblichen Hopfen dieser zweihäusigen Pflanze zu erstehen, da die männlichen, rispenartigen Blüten unscheinbar sind. Am einfachsten lassen sich von weiblichen Pflanzen Ableger nehmen, die jetzt im Herbst oder im Frühjahr umgepflanzt werden.
Peter Busch