Jetzt kommen die heißen Tage

Mulch kühlt Obstbaumwurzeln
Im Juli legt der Sommer richtig los. Er entfaltet volle Kraft. Die Sonne scheint warm, immer öfter auch heiß von morgens bis abends. Das bedeutet Stress für Pflanzen, die dem schattenlos ausgesetzt sind, so auch für Beeren­obststräucher und Obstbäume. Sie brauchen viel Wasser, weil sie viel Wasser verdunsten, können aber, weil Regen ausbleibt, nichts aufnehmen und schreien vor Durst. Man muss ihnen helfen. Es geht ums Mulchen und wie man es am sinnvollsten handhabt. Zuerst Begriffsbestimmung. Man mulcht, indem man bisher freiliegende Bodenfläche mit organischem Material bedeckt, so die Verduns­tung von Wasser einschränkend. Es bleibt in der Erde, kommt den Pflanzen zugute, die es mit ihren Wurzeln aufnehmen. Zum Mulchen eignet sich allerlei Material, am besten solches aus dem eigenen Garten, das nichts kostet und eigentlich immer verfügbar ist. Zuerst Abfälle von Rasenschnitt, ferner Abfälle aus dem Gemüsegarten. Was sonst auf den Kompost kommt oder in die Komposttonne, eignet sich: Blätter, Stiele, Wurzelteile von Gemüse. ­Sodann holzartige Abfälle aus dem ganzen Garten, zum Beispiel ganz aktuelle vom Heckenschnitt, der durch den Häcksler noch ein bisschen zerkleinert wird – auch Stängel vom Staudenbeet und ähnliches. So kommt schon eine Menge zusammen. Man braucht nichts zu kaufen, zum Beispiel Rindenmulch. Der eignet sich zwar grundsätzlich zum Mulchen zwischen und unter Obstgehölzen, hat jedoch den Nachteil, dass das Holz den Boden versäuern könnte und außerdem beim Verrotten vor allem Stickstoff verbraucht wird. Das bekommt dem Boden schlecht und wäre nicht gut für die Obstgehölze. Was kommt noch in Frage? Stroh, Heu, Laub, je nach Verfügbarkeit, ferner grober, halbverrotteter Kompost, Mist von Kleintieren. Wer ist Nutznießer von der Mulchdecke? Zuerst die flachwurzelnden Obstarten, also alles Beerenobst, Him- und Brombeeren als ursprüngliche Waldpflanzen zuerst, dann Stachelbeeren und Blaubeeren. Es folgen Obst­arten als Spaliere vor Mauern oder Hauswänden, wo es erfahrungsgemäß in der Luft besonders warm und im Boden besonders trocken ist. Danach folgen die freistehenden kleineren Obstbäume auf schwachwachsenden Unterlagen, deren Wurzelwerk weniger leistungsfähig ist wie jenes von regelrechten Obstbäumen, die am ehesten mit Wasserknappheit auskommen. Vor allem ältere Birnenhochstämme vertragen in dieser Hinsicht eine Menge. Man breitet die Mulchdecke nicht etwa auf unter den Gehölzen wachsendem Gras aus, sondern lockert erst die Fläche etwas auf, auch darauf achtend, dass die Mulch­decke nicht zu dicht und Luft durchlässig ist. Das kann passieren, wenn man es mit Grasschnitt zu gut meint. Also eventuell etwas sperrigeres Material untermischen. Und eines berücksichtigen: gegen Wassermangel zuerst mulchen, dann gießen, nicht umgekehrt. Foto und Text: Ilse Jaehner