Winter ist eine ruhige Zeit für Gartenbesitzer, doch einige Terminarbeiten gibt es doch, so die Saat bestimmter Staudenarten, vorweg aus alpinem Bereich. Diese Stauden werden allgemein Frostkeimer genannt, was jedoch zu erheblichen Missverständnissen führt. Nicht Temperaturen unter 0 Grad versetzen Samen in Keimstimmung. Der tatsächlich die Keimung stimulierende Temperaturbereich beträgt 2–8 Grad über 0. Darum muss es genau genommen nicht Frostkeimer, sondern richtiger Kaltkeimer heißen.
Allgemein werden im Dezember/Januar die verschiedenen Sämereien in Saatschalen oder Töpfen ausgesät und dann im Freien an einem schattigen, windgeschützten Platz aufgestellt, dort dem Winter überlassen. Er wird es schon richten. Besser verlässt man sich nicht darauf, dass sich so die erhoffte Wirkung einstellt, sondern setzt die Samen im Kühlschrank gezielt gleichmäßig den gewünschten optimalen Temperaturen aus.
Wie lange die Samen „gekühlt“ werden müssen, hängt von der betreffenden Pflanzenart ab, bei Stauden durchschnittlich 1-2-3 Wochen, bei Gehölzen unter Umständen mehrere Monate. Während des Kühlens darf das Substrat nicht austrocknen. Sowie die Samen keimen, ist sofort zu säen.
Jedenfalls versetzen Kühlschränke in die Lage, unabhängig von der Jahreszeit nach Belieben auszusäen, sofern es in den Wachstumsrhythmus der Pflanzen passt.