Eine Speisekarte für Bienen

Mancherlei Gerichte erfreuen sie    

Bienen sind ungemein nützlich. Pollen, gesammelten Blütenstaub, brauchen sie nach der Winterruhe unbedingt zur Aufzucht der heranwachsenden jungen Arbeiterinnen. Er ist mit Proteinen Eiweißfutter, enthält ferner Vitamine und Minerale. Pollen stäuben Bienen beim Besuch von Blüten ab, sammeln ihn in Pollenhöschen an den Hinterbeinen. Zuckerhaltigen Blütensaft tragen die fleißigen Insekten als Nektar in ihrem Honigmagen zum Bau. Er ist Energiequelle für alle Tätigkeiten dort.     

Damit Bienen nach dem Winter möglichst früh Pollen und Nektar sammeln können, sei der Garten voll mit entsprechenden Pflanzen. Die erste Rubrik auf der Speisekarte für Bienen nennt Gehölze: Salweide, Ohrweide, Kornelkirsche, Schlehe, Vogelkirsche, Frühlingskirsche ­‚Accolade‘, Schneekirsche ‚Autumnalis‘, Winterschneeball ‚Dawn‘, Mahonie, Seidelbast, Schneeheide mit offenen (!) ­Blüten, Nackter Jasmin, Zauber­nuss. ­Eventuell kann man zur Zeit bei offenem Boden manches davon noch pflanzen.     

Weiter geht es mit Zwiebel- und Knollengewächsen, von denen man härtere ebenfalls noch im Dezember setzen kann, sofern die Witterung es zulässt. Hier dominieren Kleinblumenzwiebeln. Viele von ihnen wachsen gern etwas absonnig oder an hell beschatteten Gebüsch- und Waldregionen. Typisch dafür sind Schneeglöckchen, ferner Winterling, Märzbecher, Blaustern, Wildkrokusse, Traubenhyazinthen, Puschkinien, Schneestolz, fast schon Außenseiter, da selten berücksichtigt, auch Bärlauch. Ein Tipp: es gibt im Fachhandel Zwiebelblumenmischungen, die speziell diese Zwiebeln zum Wohle von Bienen enthalten.      

Die dritte Rubrik nennt Stauden, also mehrjährige, krautige Pflanzen. Auch sie gehören zu einem großen Teil zur Flora des Laubwaldschattens. Sie blühen früh im Jahr, solange die Bäume noch nicht belaubt sind, müssen in dieser Zeit wachsen, blühen und fruchten, ehe sie für das Jahr mehr oder weniger von der Bildfläche verschwinden. Hierzu zählen Lungenkraut, Buschwindröschen, Schlüsselblume und andere Primeln, Leberblümchen, etwas später Kakasusvergissmeinnicht, Waldsteinie, Veilchen, Gemswurz, Platterbse. Besonderes Augenmerk verdienen Lenzrosen, Nachfolger der Christrose, die ihrerseits weder viel Pollen noch Nektar bietet und außerdem blüht, wenn es zu kalt zum Fliegen ist. Lenzrosen mit Blütezeit meist ab Februar bis April, je nach Standort, spenden mehr, sehr zum Wohl besonders auch von Hummeln. Während bei Bienen das ganze Volk überwintert, tut dies bei Hummeln nur die Königin. Sie verlässt früh nach dem Winter ihre Erdhöhle, baut anfangs allein das neue Volk auf und braucht sofort reichlich Nahrung. Die Aufzählung frühblühender bienenfreundlicher Pflanzen wäre unvollständig ohne die Nennung einiger Wildkräuter, hauptsächlich für Wildbienen: Marienblümchen und, aber nicht gartentauglich, da wuchernd, Huflattich und Scharbockskraut.       

Ilse Jaehner     

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