Wenn Balkon und Fensterbank stressen
Sicher – es ist noch früh im Jahr und bis zur Bepflanzung von Blumenkästen noch etliches hin. Indes geht es um eine Pflanze, die zu oft übersehen wird und doch so empfehlenswert ist. Was allgemein in der Balkonpraxis mundartlich Geranie heißt, nennen Botaniker Pelargonium, genauer Pelargonium zonale, deutsch Zonal-Pelargonie. Wir lassen sie für heute links liegen und wenden uns der Efeu-Pelargonie zu, botanisch Pelargonium peltatum. Der deutsche Name bezieht sich auf die efeuähnlichen, glänzenden, festen, beinahe ein wenig fleischigen Blätter. Heimat der Efeu-Pelargonie ist Südafrika, wo diese Pflanze dem zumindest zeitweise recht warmen und trockenen Klima gut angepasst ist.
Efeu-Pelargonien kommen von Grund auf für ein Leben an so ausgefallenen Standorten wie Balkon und Fensterbank mit oft viel Sonne und Wärme gut zurecht. Ihr größter Wunsch dabei ist: genug Wasser, aber nicht zu viel und schon gar nicht stauende Nässe im Wurzelbereich. Auch mögen Efeu-Pelargonien nicht viel Nässe von oben. In Gegenden mit reichlich Sommerniederschlägen sollte man sie so unterbringen, dass sie von oben gegen Regen geschützt stehen. Das macht verblüffend viel aus. Ideal wäre demnach ein überdachter Südbalkon oder ähnlicher Standort. Regelmäßige Düngegaben sollten hinzukommen, vorteilhaft flüssig im Abstand von 14 Tagen bis etwa Septembermitte. Unter diesen Umständen blühen die Pflanzen von Juni bis Frost.
Efeu-Pelargonien kann man gar nicht genug loben. Sie blühen recht apart, mit viel Lachs und Lila in den Blüten. Will man verhindern, dass sich eventuell Farben beißen, achte man auf die von Balkon- sowie Wandanstrich und wähle Pflanzennachbarn, die farblich ebenfalls harmonieren wie etwa weiße Petunien oder gelbe Pantoffelblumen. Efeu-Pelargonien wirken allerdings sehr gut auch für sich allein, denn sie sind in ihrer Art recht apart. Mit ihren bis halbmeterlangen Trieben brauchen sie reichlich Platz, damit diese frei hängen, über Fensterbänke und Balkonbrüstungen oder aus Ampeln.
Im Herbst ist Schluss mit Blüten, aber nicht mit den ganzen Pflanzen, die besser als Zonal-Pelargonien überwintern, grundsätzlich ausdauernder sind. Beste Überwinterungstemperatur ist 6–8 Grad, eher etwas weniger als mehr. Während der winterlichen Ruhezeit gießt man recht sparsam, doch immer noch soviel, dass Blätter und Triebe frisch bleiben. Jetzt, im Februar, stutzt man die Triebe etwas und topft die Pflanzen in frisches Substrat um. Nachwuchs kann man aus Sommerstecklingen ziehen. Ilse Jaehner