Chinaschilf kommt im Herbst groß raus

Über Winter unbeschnitten stehen lassen   
Wenn die Pracht der Sommerblumen mit den ersten Bodenfrösten zu Ende gegangen ist, beginnt die große Stunde vieler Gräser. Deren Halme und Ähren glänzen jetzt im niedrig stehenden Sonnenlicht und zeigen sich an kalten Morgen von Tautropfen überzogen und später vom Rauhreif bedeckt. Bei vielen Gräsern kommen zu den dekorativen Halmen ab Spätsommer die ährenartigen Blüten hinzu, die sich bis in den Winter hinein halten und im herbstlichen Licht dem Garten einen grazilen Schmuck verleihen.
In den letzten Jahren ist das Pampasgras – lange Jahre der beliebteste Vertreter unter den Ziergräsern – wegen seines steifen Eindrucks aus der Mode gekommen. Statt dessen lässt sich besonders das Chinaschilf empfehlen, das eine bedeutend längere Schmuckwirkung innehat als die meisten anderen Gräser. Etwa 10 Arten und etliche Sorten mit Größen bis zu 3 Metern sind in gärtnerischer Kultur; charakteris­tisch sind die dichtbuschigen überhängenden Horste mit grünem, gelbbuntem, rötlichem oder weißbuntem Laub, das sich zum Winter braunrot bis bronzefarben verfärbt. Im Herbst zeigen sich dann die auffälligen Blütenstände, die bis Ende Oktober leuchten.
Die beliebtesten Chinaschilfsorten sind das Riesen-Chinaschilf, Miscanthus sinensis ‚Giganteus‘, das 3–4 Meter groß wird und durch seine steil aufrechten Halme mit den breiten dekorativen Blättern auffällt. Vom Eulaliagras, M.s. ‚Gracillimus‘ gibt es mehr als ein Dutzend Sorten, die schmale Blätter entwickeln und eine Vielfalt an Farben und Formen aufweisen. Das Stachelschweingras, M.s. ‚Strictus‘, hat seinen Namen wegen seiner straff aufrechten Halme mit breiten gelben Querstreifen erhalten. Das Silberfahnengras, M.s. ‚Variegatus‘, ist ebenfalls eine buntlaubige Sorte; seine Halme schmücken sich mit breiten weißen Längsstreifen.
Chinaschilf wirkt gut an Wasserbecken, im Hintergrund von Staudenrabatten, im Gräsergarten, als Einzelpflanzung neben dem Hauseingang, an Wänden und neben dem Rasen, und ganz besonders wirkungsvoll ist es zwischen Gehölzen mit gelber oder roter Herbstfärbung.
Chinaschilf wächst gut an einem sonnigen bis halbschattigen Stand in etwas geschützter Lage bei normalem, gut durchlässigem Boden; Staunässe über Winter wird schlechter vertragen. Jungpflanzen, die man in den Garten setzt, sollten im ersten Jahr reichlich Feuchtigkeit erhalten, damit die Gräser rasch anwachsen.
Über Winter lässt man die Gräser unbeschnitten stehen und mulcht etwas mit Laub, um den Wurzeln einen Frostschutz zu geben. Erst im zeitigen Frühjahr wird aufgeräumt und zurückgeschnitten. Ältere Horste, die meist gerne zum Wuchern neigen, eignen sich gut zum Teilen; sie werden in mehrere Stücke zerschnitten, die dann wieder neu einzupflanzen sind. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr; eine Teilung im Herbst wird nicht so gut vertragen. 

Peter Busch

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