Der Nutzgarten im Februar

Frühjahrsbestellung im Haus   
Nur in klimatisch besonders bevorzugten Lagen des Landes können eventuell schon Gemüsearten im Freiland gesät oder gepflanzt werden, doch selbst dort nur unter dem Schutz von Folien oder Vlies. Im Übrigen müssen Gartenbesitzer warten können, bis sich die Witterung nachhaltig zum Wärmeren ändert und die Erde genügend abtrocknete.
Bis dahin findet Gemüsebau im Hause statt. Auf hellen Fensterbänken wachsen neben Kresse und Kerbel Keimsprosse und sorgen für vitaminreiche Kost. Immer wieder im Abstand von 4–6 Tagen wird neu gesät. Im Keller treibt man Chicorée- und Löwenzahnwurzeln. Frühkartoffeln keimen in nicht zu warmem, aber hellem Raum. Die hartschaligen Samen von Dicke Bohnen weicht man eine Nacht in zimmerwarmem Wasser ein und setzt dann jeweils 2–3 in mit Anzuchtsubstrat gefüllte Töpfe. Größere Mengen sind in Pikierkisten oder Obststeigen gut untergebracht. Man legt mit 3–5 cm Abstand und stellt bei etwa 15 Grad auf.
Ungestörte Entwicklung garantieren im Februar nur Kleingewächshäuser, etwas weniger sicher Frühbeete und preiswerte Folienhäuser. Im warmen Frühbeet sät man Spinat, Melde, Schnittsalat, Stielmus, Kresse, die sich dort zügig entwickeln. Das Gewächshaus nutzt man intensiver mit Pflanzung von Kopfsalat oder Kohlrabi, zur Anzucht von Jungpflanzen wie Kopfsalat, Kohlrabi, Butterkohl, Wirsing, Blumenkohl, Knollenfenchel, Sommerporree und Brokkoli. Ende des Monats beginnt außerdem die Anzucht von Paprika und Auberginen.
Sollte die Erde gegen Ende Februar im Freiland tatsächlich genügend abgetrocknet sein und sich auch schon etwas erwärmt haben, wagt mancher die ersten Saaten besonders widerstandsfähiger Gemüsearten wie Melde, Stielmus, Schnittsalat, Spinat, jedoch nur mit Schutz durch Folie oder Vlies. Merke: spätere Saaten holen häufig die zuerst gesäten wieder ein, weil es inzwischen insgesamt wärmer wurde.
Die Pflege von Obstbäumen und Beerenobststräuchern soll bis Ende des Monats abgeschlossen sein. Dazu zählen notweniges Auslichten und Zurücksetzen älterer Baumkronen, Erziehungsschnitt junger Bäume, Auslichten von Beerenobststräuchern. Außerdem ist Pflanzzeit von Obstbäumen und Beerenobststräuchern aller Arten, einschließlich Pfirsich, Aprikose, Mandel. Nur mit der Pflanzung von Weinreben lässt man sich Zeit bis April/Mai. Pflanzvorhaben umfassen Ausheben der Pflanzgruben, Einschlagen von Pfählen, wo nötig, den eigentlichen Pflanzvorgang mit nachfolgendem Rückschnitt der Triebe, Anbinden und Angießen, Abdecken der Wurzelscheibe mit organischem Material. Das hält die Erde gut feucht, selbst wenn es nicht oft genug regnen sollte, wie häufig zu beobachten in den letzten Jahren. 

Ilse Jaehner

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