Eine Kokardenblume, die durchblüht

Seit etlichen Jahren pflege ich eine Kokardenblume oder Gaillardia wie sie botanisch heißt im Topf. Mir war die Pflanze und ihre spektakuläre Blüten erstmals im Spätsommer aufgefallen. Sucht man die Pflanze in Staudenkatalogen, dann findet man hinsichtlich der Blütezeit den Zeitraum von Juni bis September und  eine kleine  Auswahl an Sorten. Diese sollen auf zwei Arten G. aristata und G. pulchella zurückgehen. Es wird aber angenommen, dass auch noch Erbgut anderer der insgesamt 12 Arten mit eingeflossen ist. Die kommerziellen Sorten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Wuchshöhe (25 bis 60 cm), der Blattform und der Ausfärbung und Form der Zungenblüten. 

Neben Pflanzen direkt aus der Staudengärtnerei, hat der Pflanzenfreund auch die Möglichkeit, etliche Sorten aus Saatgut zu vermehren.  

Die von mir gepflegte Pflanze stammt aus Saatgut, das ich auf einem öffentlichen Grünstreifen erhalten konnte. Hinsichtlich Wuchshöhe würde ich denken, dass es sich hierbei eventuell um die Sorte ‚Kobold‘ handeln könnte, die mit 35 cm Wuchshöhe relativ klein bleibt. Noch kleiner bleibt nur die ähnlich ­Sorte ‚Bijou‘. Saatgut der genannten Sorten ist im Handel und auch als Kleinmenge ­(Portion) sehr preisgünstig zu bekommen. 

Ich hatte die Kokardenblume immer als ­Sommerblüher in Erinnerung, doch sie hat im Topf den vergangenen Winter über durchgeblüht und ein Ende der Blüte ist noch nicht abzusehen, denn der Sommer ist noch lang. 

Hinsichtlich Substrat für die Anzucht und Kultur arbeite ich mit einem schwach aufgedüngten Aussaatsubstrat, dem ich noch etwa 40 Volumen % Sand beifüge. Der Sand verbessert den Wasserabzug und die Standfestigkeit des Topfes. Hinsichlich Düngung sollte man eher sparsam sein. Schädlinge sind bisher noch nicht aufgetreten, auch das ist positiv zu bewerten. Die Pflanze kommt gut mit Trockenheit zurecht. Dies ist aber bei der Kultur im Topf nicht wörtlich zu nehmen, denn ein hoher Sandanteil bedingt in der Regel ein schnelles Abtrocknen des Substrates.    

 Foto und Text: Thomas Bay