Blattläuse: Saft- und Krafträuber

Fünf Tipps gegen die kleinen ­Plagegeister

Wenn die Stängel der Blumen eher schwarz als grün sind, dann hat es die Pflanze erwischt: Sie ist von Blattläusen befallen. Die kleinen, gefräßigen Tierchen haben es besonders auf Zierpflanzen abgesehen und saugen den Pflanzen den Saft aus. Doch keine Sorge, man wird sie recht leicht wieder los. 

Unsere Tipps bei Blattlausbefall:
Ruhe bewahren

Blattläuse sind kein Drama, denn nur sehr selten schaffen sie es, eine Pflanze zu Fall zu bringen. Denn bevor sie irreparable Schäden durch ihren Appetit anrichten können, werden sie selbst gefressen. Blattläuse übernehmen eine wichtige Rolle im Öko­system, als Nahrung zahlreicher Tiere. Daher lautet das oberste Gebot: erst einmal entspannt beobachten. Wenn die kleinen Tierchen dann aufgrund fehlender Fressfeinde doch einmal überhandnehmen, kann man immer noch einschreiten.  

Nützlinge fördern

Blattläuse stehen auf der Speisekarte zahlreicher Tiere: Vögel, Marienkäfer und Florfliegen freuen sich über die nahrhaften Krabbler. Heißen wir die nützlichen Gartenbesucher willkommen, sind wir bald von den Plagegeistern befreit. Ein Meisen­kasten im Apfelbaum, eine Insektennisthilfe an der Schuppenwand und viele heimische Pflanzen – bieten Sie den Nützlingen ein schönes Zuhause – sie werden sich schnell re­vanchieren. 

Blattläuse per Hand entfernen

Viele Blattläuse lassen sich sehr einfach mit einem harten Wasserstrahl oder mit Bürste oder Pinsel von den Pflanzen entfernen. Dies erfordert etwas Mühe und muss auch mehrfach wiederholt werden. Regelmäßig durchgeführt, stellt sich jedoch bald Erfolg ein. 


Zwischenpflanzungen setzen

Wer Knoblauch oder Zwiebeln zwischen seine Kulturpflanzen setzt vertreibt nicht nur Blattläuse, sondern auch Wühlmäuse. Auch Lavendel ist bekannt als Blattlausabwehr. Eine Umpflanzung der geliebten Gartenpflanzen hält die Krabbler ab. Kapuzinerkresse hingegen zieht sie an und lenkt sie von der Lieblingspflanze ab. Schon bei der Planung des Gemüsegartens können solch positive Aspekte berücksichtigt und nützliche Pflanzen eingeplant werden. 

Natürliche Mittel anrühren

Einige Pflanzen, die in Gärten oder auch am Wegesrand wachsen, helfen sehr gut gegen Blattläuse. Das Seifenkraut beispielsweise kann klebrige Blattläuse ablösen, da es einen seifenähnlichen Stoff enthält, der die Klebestoffe auflöst. Rainfarn enthält giftige Stoffe, welche Blattläuse abtöten. Als Aufguss auf die Pflanze gesprüht, entfalten diese beiden Pflanzen schon nach kurzer Zeit ihre Wirkung. Bei der Anwendung ­giftiger Pflanzen sollte man immer sehr zielgerichtet arbeiten, da sonst auch nützliche Insekten in Gefahr geraten. Brennnessel, Ackerschachtelhalm und Knoblauch – als Jauche oder als Sud – eignen sich ebenfalls als natürliches Mittel gegen Blattläuse. 
 

Diese Pflanzen wirken gegen Blattläuse

Efeu (Hedera helix) als Brühe, löst Blattläuse ab: 45 Blätter auf 1 Liter Wasser für 30 Minuten kochen, abkühlen lassen, sieben und auspressen; auf die Blattläuse sprühen. 

Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) als Brühe, löst Blattläuse ab: 10 Stück auf 1 Liter Wasser. Kastanien klein schneiden, aufkochen, 30 Minuten köcheln, abkühlen lassen, absieben; auf die Blattläuse sprühen. 

Adlerfarn (Pteridium aquilinum) als Brühe, giftig für Blattläuse: 1 Kilogramm Farn auf 10 Liter Wasser.  Aufkochen, 30 Minuten köcheln, abkühlen und unverdünnt auf die Blattläuse sprühen. 

Rhabarber (Rheum rhabarbarum), als Brühe oder Jauche, wirkt gegen schwarze Bohnenläuse, Lauchmotten, Raupen, Spinnmilben, Pilze sowie Schnecken: 150 Gramm Blätter in 1 Liter Wasser einweichen, 30 Minuten kochen, 1:5 verdünnt spritzen. Gegen Schnecken: Sud zwei Wochen gären lassen, unverdünnt auf Boden geben.  

Rainfarn (Tanacetum vulgare) als Tee, tötet Blattläuse ab, wirkt auch gegen Milben, Lauchmotten, Frostspanner, Pilze, bodenlebende Schädlinge: 30 Gramm Blüten mit einem Liter Wasser übergießen, 30 Minuten ziehen lassen, unverdünnt sprühen oder auf betroffene Stellen gießen. 

Achtung: nicht zu intensiv anwenden, wirkt gegen alle Insekten, auch gegen Nützlinge. 

NABU