Rasenmäher und Mähroboter sind gefährlich

Wilde Ecken für tierische Gartenbewohner fördern Artenvielfalt

Der Mähwahnsinn ist in vollem Gange. Die Sommerzeit ist eine gefährliche Zeit für die tierischen Garten- und Wiesenbewohner. Dagegen hilft mehr Wildnis und Handarbeit beim Mähen. 

Zwar trimmen die Mähroboter den englischen Rasen zuverlässig in Form. Doch in Punkto Sicherheit fallen viele Exemplare durch. Denn die Mäher machen weder vor spielenden Kindern, deren Finger unters Messer geraten können, noch vor kleinen Tieren halt. Bei Stiftung Warentest erhielten jüngst acht geprüfte Geräte bei der Sicherheit nur ein „ausreichend“, zwei fielen glatt durch. 

„Bei kleinen Tieren wie Igel, Spinnen, Eidechsen oder Blindschleichen machen die Mäh­roboter kurzen Prozess“, warnt Matthias Freter vom NABU. Sie werden überrollt, verstümmelt und getötet. Laufen die Mähroboter nachts oder in der Dämmerung, sind besonders nachtaktive Igel gefährdet. Auch wer mit seinen Freischneidern oder Fadenmähern unbedacht unter Hecken „sauber“ macht, kann schlafende Igel verletzen oder töten.


Mehr Wildnis wagen 

Ein kleines Paradies für Raupen und Schmetterlinge, Blindschleichen, Wildbienen und Spinnentiere hingegen schafft, wer Blüten stehen lässt und nur Fußwege im Garten häufiger mäht. „Wilde Ecken einfach mal stehen lassen, lautet die Devise“, rät Matthias Freter. Diese böten Tieren einen Rückzugsraum sowie ein Nahrungsangebot. 

Die Vielfalt macht den Unterschied. Wer glaubt, dass Naturschutz im Garten anstrengend ist und Unordnung verursacht, liegt falsch. Schon mit kleinen Handgriffen lassen sich tolle Erfolge erzielen, die auch noch Freude machen und für Entspannung sorgen. Ein buntes Beet aus heimischen Wildstauden etwa oder eine Igel-Ecke. Essbare Wild­kräuter können im Garten bleiben und den Speiseplan ergänzen. Gleichzeitig liefern sie Blüten für Hummeln und Schmetterlinge, über die wir uns im Garten freuen. Vielfalt fördert auch das Naturerlebnis. Tiere zu beobachten geht nirgendwo leichter als im ­eigenen ­Garten. Kindern macht es Spaß zu beobachten, was in der Igel-Ecke vor sich geht.

NABU