Nashi aus dem eigenen Garten

Apfel oder Birne oder was?
Nashis, die immer häufiger im Obstangebot auftauchen, sehen wie Äpfel aus, sind aber keine, schmecken auch nicht wie Äpfel, sondern eher wie Birnen, allerdings auch wieder nicht so ganz. Also was ist nun? Nashi heißt auf ost­asiatisch Birne. Immerhin ist Nashi keine echte Birne nach unserem Verständnis, sondern als Pyrus pyrifolius nur eine nahe Verwandte unserer Birne Pyrus communis. Die nahe Verwandtschaft bringt manche übereinstimmende Eigenart. Mit den hier üblichen Birnensorten der besseren Klasse haben Nashis viel für warmes, mildes, sonnenreiches Klima übrig. Wenngleich es heißt, sie würden auch Winterfröste bis 20 Grad überstehen, soll man sie in dieser Beziehung nicht zu sehr auf die Probe stellen, sondern sie vor allem in entsprechend klimatisch bevorzugten Gegenden pflanzen, beziehungsweise ihnen besonders geschützte Standorte im Garten zuweisen. Die Früchte haben wie Birnen schmelzendes Fleisch, schmecken jedoch eher nach einer Mischung von Apfel, Birne und Melone – je nach Sorte. Sie sind grundsätzlich etwas wässeriger als unsere Birnen. Nashi-Birnen haben viele wertvolle Inhaltstoffe, die diese Früchte gut geeignet machen für gesunde Ernährung, zumal sie nebenbei auch entwässernd wirken.
In den Heimatländern gibt es viele Sorten. Hier konzentriert sich das Interesse eher auf wenige, die man am besten nach der Fruchtfarbe unterscheidet, denn Früchte mit gelber Fruchtschale reifen gewöhnlich schon im September, etwas eher als bronzefarbene. Namen gelbfarbiger Sorten enden meist mit „ki“, bronzefarbener mit „ui“. Eine Sorte, die sich grundsätzlich für den Anbau im Garten bewährte, ist ‚Nijisseiki‘. Da sie außerdem selbstfruchtbar ist, braucht sie keinen Bestäuber, den manch andere Sorten haben müsste. Das können dann andere Nashi-Sorten sein oder von den heimischen Birnen ‚Williams Christ‘ und ‚­Gellerts Butterbirne‘. 
Gewöhnlich werden Büsche mit 60 mm oder 70 mm Stamm gepflanzt, entweder frei mit Abstand von 4×3 m oder 5×4 m oder, was sich vor allem in weniger günstigen Lagen empfiehlt, vor einer sonnigen, warmen Wand als Spalier ähnlich Birnen. 
Diese Dinge wären vor der Pflanzung zu berücksichtigen. Die Pflege erstreckt sich auf das Bereitstellen von genügend Nährstoffen in lockerem, humosem Boden mit schwach saurer Reaktion sowie Mulchdecke im Sommer. Zur Erhaltung von gleichzeitig genügend Triebkraft und Fruchtbarkeit ist regelmäßiger Schnitt wichtig, um das Triebwachstum immer wieder anzuregen, ferner das Ausdünnen der Blütenbüschel auf ein bis höchstens zwei Fruchtansätze, spätestens wenn die Früchte haselnussgroß sind. Die Früchte bleiben so lange am Baum hängen bis sie genussreif sind, denn sie lassen sich nur sehr begrenzt lagern. Also öfter durchpflücken und gleich verbrauchen, dabei vorsichtig verfahren, denn die Schale ist druckem­pfindlich. 

Ilse Jaehner