Rotkohl – Vitaminbombe nicht nur im Winter

Menschen die im Garten Gemüse für den Winter pflanzen, denken eher selten an Rotkohl. Gewiss, rund um Weihnachten kommt er als vitaminreiches und gesundes Gemüse vorzugsweise in Kombination mit deftigen (Gänse-) Braten und Klößen auf den Tisch: Dieser beliebte Festtagsschmaus ist dann natürlich eine echte Kalorienbombe. Doch deshalb auf das leckere Rotkraut, das in Süddeutschland Blaukraut heißt, zu verzichten, wäre zu schade. Denn die Kohlsorte ist nicht nur als Beilage sehr schmackhaft, sondern ebenfalls in frischen ­Salaten oder als vitaminreicher Smoothie. 


Woher kommt der Rotkohl ursprünglich?

Wie andere Kohlsorten auch, stammt der Rotkohl vom Wildkohl ab. Botanisch gehört das Kraut zur Familie der Kreuzblütler. Angebaut wird Rotkohl heutzutage vor allem in Mittel- und Nordeuropa, insbesondere in Deutschland. Rund drei Viertel des hierzulande angebotenen Rotkohls kommen daher aus heimischem Anbau. Rotkraut gilt zwar als ein besonders beliebtes Wintergemüse, doch inzwischen findet es sich das ganze Jahr über ­im Angebot des Handels. 


Darum sollte Rotkohl häufiger ­angepflanzt werden 

Rotkohl kann nach wissenschaftlichen Erkenntnissen allein das Vierfache des Tagesbedarfs eines Erwachsenen an Vitamin K decken. Dieses ist besonders für die Blutgerinnung wichtig. Rotkohl ist auch reich an Vitamin C: 200 Gramm Kraut sollen der empfohlenen Tagesration des Vitamins entsprechen. In dieser Hinsicht lässt der Rotkohl seine Verwandten, Weißkohl und Wirsing, ebenso hinter sich wie bei den Gehalten des für das menschliche Wohlbefinden so bedeutenden Vitamin B-Komplexes. Darüber hinaus weist das gesunde Gemüse wichtige Nährstoffe wie Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium und Selen auf sowie reichlich Ballaststoffe. Letztere sättigen schneller und fördern die Verdauung. Das macht den Rotkohl auch für Figurbewusste zu einem leckeren Gericht. 

Aus gesundheitlicher Sicht ist beim Rotkohl nicht zuletzt der Farbstoff Anthocyan hervorzuheben, der dem Kraut sein typisches bläulich-rotes Erscheinungsbild verleiht: Dabei handelt es sich um eine Pflanzensubstanz, die Krebs vorbeugen und den Alterungsprozess des Körpers bremsen soll. Im Mittelalter wurde der Rotkohl wegen seiner heilsamen Farbstoffe auch zur Behandlung von Entzündungen, Furunkeln und Asthma sowie gegen die Pest eingesetzt. Im 11. Jahrhundert finden sich die ersten schriftlichen Erwähnungen: Wieder ist es die bedeutende Universalge­lehrte ihrer Zeit, Hildegard von Bingen, die das Rotkraut unter dem Namen „Rubeae caules“ vom Weißkohl abgrenzt. 


Wie schmeckt Rotkohl im Gegensatz zu anderen Kohlsorten?

Im Geschmack unterscheidet sich der Rotkohl von anderen Kohlsorten deutlich durch seine vergleichsweise eher süßliche Würze. Damit passt das Gemüse ausgezeichnet zu herzhaften Speisen. Rotkraut kann gekocht oder blanchiert (kurz in heißem und dann eiskaltem Wasser gegeben) auf den Tisch gebracht werden, aber ebenso als knackiger Bestandteil von Rohkost. Für Menschen mit einem empfindlichen Magen hingegen ist es ratsamer, das Gemüse, das im Rheinland auch den Namen roter Kappes trägt, gegart zu sich zu nehmen – am besten verdauungsfördernd mit Kümmel, Nelken oder Ingwer gewürzt. 

Monika Hermeling