Vor der Rutenkrankheit schützen

Himbeeren – Herbstsorten werden nicht befallen

Diese gefährliche Pilzerkrankung kann schnell die ganzen Bestände ergreifen und führt dann zum Siechtum und Absterben der Pflanzen. Jetzt im Sommer lassen sich die ersten Anzeichen der Erkrankung gut erkennen. An den jungen Trieben zeigen sich zuerst weißlich graue Flecken, die sich später violett verfärben und zu größeren Stellen zusammenfließen. Der Pilz überwintert im Holz und verbreitet sich im nächsten Frühjahr durch Sporen. Befallene Triebe werden sofort über dem Boden abgeschnitten und aus dem Gartenbereich entfernt; sie kommen auf keinen Fall auf den Kompost, wo sich die Krankheit weiter verbreiten kann. 

Um dieser Krankheit in gesunden Beständen aus dem Wege zu gehen, ist eine fachgerechte Pflege erforderlich. Abgeerntete Himbeerruten werden nach der Ernte direkt über dem Boden abgeschnitten; nur die diesjährig gebildeten Triebe, die nächstes Jahr Früchte tragen, bleiben stehen. Die Entfernung der alten Ruten dient als Vorbeugung gegen das gefürchtete Rutensterben. Nur gesunde abgeschnittene Ruten können zerkleinert oder geschreddert werden und finden gleich als Mulchschicht unter den Himbeeren Verwendung. Nach einem Schnitt häufelt man auch die verbleibenden Rutenstummel mit Kompost an, um eine Infektion der Stummel zu vermeiden. 

Bei jährlich wiederkehrendem Ärger mit der Rutenkrankheit lohnt es sich auch, auf Herbstsorten umzusteigen. Zum einen haben sie den Vorteil einer langen Erntezeit vom Sommer bis in den Herbst hinein, zum anderen tragen diese Sorten gut an einjährigen Trieben, so dass nach der Ernte alle Triebe abgeschnitten werden können und die Krankheit nicht überwintern kann. 

Heute weiß man, dass das Rutensterben in vielen Fällen eine Folge von Kulturfehlern ist. Stehen die Pflanzen auf falschem Boden oder schwankt die Erde zwischen Trockenheit und Feuchte, wird die Rinde der Ruten leicht rissig. Durch diese Verletzungen der Rinde gelangen die Pilzsporen dann ohne Probleme in die Himbeerpflanze. 

Als Vertreter des Waldrandes wünschen Himbeeren immer eine Bodenbedeckung und einen leicht feuchten Stand. Unter den Reihen kann man noch eine Gründüngung aus Leguminosen aussäen, die über Winter abfriert und als schützende Mulchschicht liegenbleibt. Ebenso besteht jetzt noch die Möglichkeit, diese kaliliebenden Pflanzen mit gut verrottetem Schweinemist zu düngen. Der Mist wird nur in die Mulchschicht eingearbeitet oder auf die Oberfläche gestreut; ein Hacken oder Einarbeiten in den Boden würde die flachen Wurzeln verletzen. Dieselbe Wirkung erreicht man auch mit Holzasche, die einen hohen Kalianteil aufweist. Daneben enthält Holzasche aber auch einen Anteil von 25% Kalk. Da Himbeeren einen leicht sauren Boden wünschen, ideal ist ein pH-Wert zwischen fünf und sieben, darf nicht zuviel Holzasche verwendet werden. 

Der Herbst ist dann auch eine geeignete Zeit, neue Bestände anzulegen, die gut ein Dutzend Jahre reichlich tragen. Wichtig ist ein vollsonniger Standort mit tiefgründigem, lockeren und nahrhaften Boden; Staunässe wird überhaupt nicht gut vertragen. 

Peter Busch