Mangold anbauen für Anfänger

Menschen, die gesundheitliche Probleme haben oder vermeiden wollen, suchen manchmal nach einem Gemüse, das ihnen auf jeden Fall gut tut. Mangold zählte bis vor einigen Jahren zu den Gemüsen, die als arme Leute Essen galten und deshalb, wie viele Gemüse, weitgehend unbeliebt war. Wissenschaftler hinterfragten in jüngster Zeit diese Reaktion und kamen zu dem Ergebnis, dass Mangold zum Erhalt und zur Wiedererlangung unserer Gesundheit unverzichtbar ist. Besonders Menschen die an Gefäßerkrankungen leiden oder ihnen Vorbeugen wollen, tun gut daran Mangold auf ihren Speiseplan zu setzen. Menschen mit Nierenerkrankungen sollten, da Mangold viel Oxalsäure enthält, etwas zögerlicher sein.  

Was macht Mangold zu einem so ­gesundheitlich wertvollem Gemüse?

Mangold gehört botanisch gesehen zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und gibt durch seinen erdigen, herben Geschmack den Speisen eine bodenständige Note. Das grüne Gemüse passt perfekt in Eintöpfe, in Quiches oder als Beilage. 

Aus ernährungsphysiologischer Sicht hat Mangold viele Vorteile zu bieten und ist wichtig für verschiedene Funktionen im Körper.  

  • Das grüne Blattgemüse ist voll von wichtigen Nährstoffen wie Calcium, Vitamin C, Natrium oder Beta-Carotin.  
  • Auch Kalium ist in Mangold reichlich vorhanden und dieses schützt nachgewiesener­maßen vor Gefäßverkalkungen.  
  • Mangold kann uns, aufgrund seines hohen Eisengehalts, vor einer Blutarmut schützen und wegen der großen Menge an Ballaststoffen wird zudem das Risiko von Diabetes und Adipositas gesenkt. 
  • Beim Abnehmen können uns die knackigen Blätter des Mangold unterstützen, da sie quasi fettfrei sind und kaum Kalorien haben.  
  • In dem grünen Blattgemüse sind viele verschiedene Mineralstoffe enthalten wie beispielsweise Magnesium. Dieses ist wichtig für die Muskel- und Nervenfunktion sowie für den Energiestoffwechsel. 
  • Auch Natrium kommt in Mangold mit 90 Milligramm pro 100 Gramm vor. Natrium spielt eine große Rolle bei der Regulation des Wasserhaushalts im Körper.  
  • Mangold ist ein guter Calciumlieferant. Das Blattgemüse stärkt unsere Knochen. 
  • Auch was den Vitamingehalt angeht, kann sich Mangold sehen lassen. Vor allem jedoch enthält Mangold eine große Menge an Beta-Carotin, welches im Körper zu Vitamin A verstoffwechselt wird. 
  • Neben Beta-Carotin kommt auch Vitamin C in Mangold vor und versorgt uns mit 39 Milligramm pro 100 Gramm. Vitamin C hat eine äußerst wichtige Funktion inne, da es unsere Zellen vor freien Radikalen schützt und beim Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt ist. Außerdem ist Mangold reich an Vitamin K, welches wichtig für die Blutge­rinnung und die Knochenbildung ist.  
  • Auch für die Vorbeugung von Diabetes hat Mangold einige Vorteile zu bieten. Der hohe Ballaststoffgehalt in dem grünen Blattgemüse spielt hier eine entscheidende Rolle.  
  • So wurde durch eine Studie erforscht, dass die antioxidativen Stoffe Vitamin A und Beta-Carotin auch in Mangold vorkommen und das Risiko für Lungenkrebs senken ­können. Außerdem soll Mangold auch für unser Herz Gutes tun und uns vor verschiedenen Herzerkrankungen schützen.  


Nachteile von Mangold  

Mangold spielt in der Naturheilkunde eine große Rolle und kann bei Nervosität, Unruhe und Darmträgheit helfen. 

Aber: Es gilt zu beachten, dass Mangold verhältnismäßig viel Oxalsäure enthält, die in größeren Mengen Beschwerden verursachen kann und für Menschen, die zu Nierensteinen neigen nicht geeignet sind. Aufgrund dessen sollten die Blätter nicht in rohem Zustand verzehrt werden. Beim Kochen geht eine große Menge dieser Säure verloren. 

Mangold im Garten selbst anbauen 

Beim Mangold wird zwischen Stiel- und Blattmangold unterschieden. Der Blattmangold ist vergleichbar mit dem Spinat und kann auch wie dieser gekocht werden, während der Stielmangold wie Spargel verarbeitet wird und als Hauptgericht serviert werden kann. Bei der Anzucht und späteren Pflege unterscheiden sich die beiden Arten nicht. 

Der Mangold lässt sich problemlos in Kübeln anpflanzen und eignet sich damit für den ­Balkon, die Terrasse oder den Garten. 

Im Frühjahr ausgesäte kräftige Pflanzen werden in einen großen Topf mit nährstoffreicher Erde gepflanzt. Damit keine Staunässe entsteht, sollte der Topfboden mit einer Schicht Tongranulat bedeckt und anschließend erst mit Erde aufgefüllt werden. 

Der Mangold ist ein Mittelzehrer und benötigt nährstoffreiche Böden, die jedoch nicht überdüngt sein dürfen. Der Standort selbst sollte hell sein.  

Die Anzucht 

Mit der Aussaat kann im Glashaus oder auf der Fensterbank bereits im Februar begonnen werden. Ab April wird der Mangold direkt ins Beet mit einem Reihenabstand von 30 bis 40 Zentimeter ausgesät. Die Pflanzen benötigen einen Mindestabstand von 15 Zentimetern zueinander und müssen später gegebenenfalls vereinzelt werden. Geerntet wird der erste Mangold im Sommer, für eine Ernte im Herbst muss spätestens im Juni nachgesät werden. 

Kultivierung und Nachbarpflanzen 

Gute Nachbarn, da es ebenfalls wie der ­Mangold um Mittelzehrer handelt, sind: 

  • Alle Kohlarten
  • Karotten
  • Rettich
  • Hülsenfrüchte
  • Radieschen

Als schlechter Nachbar für den Mangold hat sich der Spinat erwiesen, die Pflanzen behindern sich gegenseitig beim Wachstum.  

Welche tierische Mitgenießer lieben Mangold? 

Mangold ist nicht anfällig für Krankheiten. Aber ein zu fester, wässriger Boden kann zu einem Befall von Mehltau führen. Vorbeugend hilft den Boden gut aufzulockern. 

Die Kultivierung zusammen mit guten Nachbarn ermöglicht nicht nur eine optimale Nährstoffversorgung aller Arten, sondern auch das gegenseitige Abwehren von Krankheiten und Schädlingen. Besonders beliebt ist der Mangold bei den Schnecken, die es vorwiegend auf die jungen Pflanzen abgesehen haben. Deshalb sollten die kleinen Setzlinge in den ersten Wochen noch vor gefräßigen Schnecken geschützt werden. 

Düngen und Gießen 

Der Mangold sollte regelmäßig mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Eine optimale Versorgung ist durch die regelmäßige Gabe von Kompost und Hornspänen gewährleistet. Kompost oder Hornspäne werden mit einer Harke in den Boden eingearbeitet, wodurch gleichzeitig der Boden gelockert wird. 

Der Mangold schätzt feuchte Standorte, ­allerdings darf keine Staunässe entstehen, da sonst die Wurzeln zu faulen anfangen. Gerade an heißen Sommertagen muss deshalb der Mangold ausreichend gegossen werden. 

Monika Hermeling