Die Lichtwurzel

Eine spektakuläre Kletterpflanze  

Die Bezeichnung Lichtwurzel hat etwas Mystisches, weil Gegensätzliches, denn abgesehen von epiphytischen Pflanzen lieben Wurzeln die Dunkelheit. Ich konnte mit dem Begriff Lichtwurzel zunächst nicht viel anfangen und musste mich etwas schlau machen. Dabei stieß ich auf eine interessante Pflanzengruppe, die sich in den letzten Jahren zunehmenden Interesses erfreut. Und fand auch heraus, dass ich diese Pflanze schon seit einiger Zeit pflege, sie aber im Winter meist aus den Augen verliere, weil sie vollständig einzieht und in Knollenform überwintert. Lichtwurzel ist Synonym eines Yamsgewächses der Gattung Dioscorea. Und auch wenn die Blätter gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, darf Yams nicht mit der Süßkartoffel verwechselt werden. Letztere ist ein Windengewächs (Familie Convolvulaceae) und  der Yams bildet eine eigene Gattung und Familie, Dioscorea und Dioscoreaceae. Und Yams kommt uns bekannt vor, denn es handelt sich bei einigen der kultivierten Arten um wichtige pflanzliche Stärkelieferanten tropischer Regionen. In unseren Breiten sind dies Kartoffel, Mais und Weizen.  


Etwas Botanik vorweg 

Die Gattung Dioscorea umfasst etwa 600 Arten und ist weltweit in den gemäßigten und tropischen Regionen verbreitet. Die Gattung ist enorm vielgestaltig. Es sind nur wenige Arten, die zur Gewinnung der Knollen angebaut werden. Die Knollen selbst können Gewichte bis 20 kg erreichen und dringen zuweilen auch recht tief in den Boden ein. Zwei Meter sollen keine Seltenheit sein. Dies war auch der Grund, der einer Kultur der Lichtwurzel (Dioscorea bulbifera) lange Zeit entgegenstand. Doch scheint dieses Problem in Kultur weitestgehend gelöst zu sein. 


Kultur im Topf 

Die im Handel erhältlichen Knollen eignen sich vorzüglich für einen Kulturversuch im Topf. Die Töpfe sollten von vornherein etwas tiefer gewählt werden – die so genannten Rosen- oder auch Clematistöpfe sind ideal. Ein Anbieter von Knollen rät zu einem Meter tiefen Gefäßen. Solche sind aber nur in Ton gehalten verfügbar, doch auch mit Plastik ließen sich entsprechend tiefe Gefäße erstellen. Oder man zimmert eine Art Hochbeet zusammen, das sich nach erfolgter Kultur wieder auseinanderbauen lässt, um die Knollen möglichst unbeschädigt ernten zu können. Sind die Gefäße nicht ausreichend tief, besteht die Gefahr des Festwachsens der Knollen in den Abzugslöchern. ­Gelegentlich muss der Topf geopfert werden, was bei einem Plastiktopf kein Problem darstellt. Bei einem Tongefäß wäre es schade. Das Tiefen­wachstum der Knollen ist beachtlich. Bei einem Topf des Vorjahres hatte sich wohl eine Knolle schon in die Erde eingearbeitet, denn neben den diesjährigen Töpfen erschien ein Trieb direkt aus dem Boden.  

Die Blätter von Dioscorea haben durch die typische Pfeilform und die feste Konsistenz einen sehr hohen Zierwert. Des schnellen Wachstums wegen würde sich die eine oder andere Art bestimmt als pflanzlicher Sichtschutz eignen. Hinsichtlich Substrat sollte mit einer Eigenmischung mit einem hohne Sandanteil gearbeitet werden.  

 
Gesundheitlicher Wert 

Die Knollen sind sowohl roh, als auch wie Kartoffeln zubereitet, zu genießen. Sie enthalten viel Schleim, der aber beim Kochen verschwindet. 

In China wird diese Yams-Art auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin angewandt. Bei Studien wurde herausgefunden, dass sie entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Hinzu kommen verdauungsfördernde, cholesterin- und blutdrucksenkende Wirkungen und ein Schutz vor bakteriellen Erkrankungen.  Eine gesunde Knolle, die gelegentlich sogar als das gesündeste Gemüse bezeichnet wird. 

Thomas Bay