Die Lantana oder Wandelröschen

Eine etwas vernachlässigte langblühende Kübelpflanze  

Eine nahezu unaufhörliche Blüte, ein enormes Farbspektrum an Blütenfarben, weitestgehende Freiheit von Schädlingen, Anspruchslosigkeit an den Standort, gute Trockenvertäglichkeit, eine leichte Vermehrbarkeit aus Samen und Stecklingen und eine extreme Schnittverträglichkeit. Das sind alles positive Eigenschaften, die mir auf Anhieb zu Lantana camara, dem Wandelröschen, einfallen. Wandelröschen deshalb, weil die Blüten auch noch in der Lage sind, die Farbe zu ändern.  

Und was gibt es Negatives zu berichten? ­Eigentlich nur die Giftgkeit der Früchte. Und auch hiermit haben sich die Pflanzenzüchter schon befasst und Sorten auf dem Markt gebracht, die kaum noch Früchte ansetzen. Die Früchte haben einen großen Zierwert. Sie erinnern an etwas groß geratene Brombeeren, sie sind zunächst grün und im reifen Zustand blau glänzend bis schwarz.  

Botanisch gesehen haben wir es mit einem Strauch zu tun, der etwa 1,5 m hoch und breit werden kann, sich aber durch Schnitt gut klein halten lässt. Durch Schnitt ließe sich die Lantana auch als Bodenbedecker verwenden. Die Zweige des Wandelröschens sind vierkantig, mit gegenständig eirunden bis herzförmigen, mit ausgezogener Spitze versehen, dunkelgrünen, netzig, runzligen Blättern. Sie bilden einen guten Kontrast zu den in kopfig gedrängten Ähren stehenden Blüten. Wie eingangs erwähnt sind die Blüten hinsichtlich der Ausfärbung enorm variabel, eine gelb-rote Variante wird in Spanien zuweilen zutreffend als ‚Spanische Flagge‘ bezeichnet. Doch abgesehen von Mischfarben gibt es auch zahlreiche reine einfarbige Formen. Selbst die Farbe Blau ist verfügbar und die Farbenvielfalt könnte die Lantana bestimmt auch zu einem interessanten Sammelobjekt werden lassen. 

Ursprünglich kommt die Lantana aus tropischen Regionen Südamerikas, doch auch weiter nördlich in Texas und Südcarolina ist sie natürlicherweise verbreitet. Und mittlerweile kommt sie auch in allen anderen klimatisch entsprechenden Gebieten vor. In einigen Regionen ist sie sogar zu einem schwer bekämpfbaren ‚Ungehölz‘ geworden.  

Bei uns ist die Lantana schon seit langem Bestandteil des Sommerflors im öffentlichen Grün und wird als einjährige Pflanze behandelt und also solche vom Fachhandel angeboten. Die Ausnahme sind Exemplare in großen Gefäßen, die bei gut sortierten Kübelpflanzengärtnereien erhältlich sind. 

Thomas Bay