Safran macht den Kuchen geel

Das Jahr scheint Kopf zu stehen – da blühen tatsächlich mehrere Krokusarten im Herbst. Eine davon ist Safran. Dieser Krokus, botanisch Crocus sativus, macht nicht nur „Kuchen geel“, also schön gelb, sondern verfeinert auch andere Speisen mit Farbe und Geschmack – schon seit langem. Den Farbstoff liefern die Stempel mit den orange-roten Narben. Deren Farbkraft ist dermaßen stark, dass sie noch in einer Verdünnung von 1:200.000 sichtbar wird. 70.000–80.000 ­Blüten ergeben 1 kg Safran. Die Pflanzen von 100 m² Anbaufläche liefern nur 200–300 g getrocknete Narben. Deswegen zählt Safran zu den teuersten Gewürzen. 

Als zuverlässiger Herbstblüher ist Safran auch als Gartenzierde köstlich. Er blüht mit lilafarbenen, dunkel geäderten Blüten im späten September und Oktober. Es bilden sich danach keine Samen, denn die Wildpflanze wurde im Laufe der jahrhundertelangen Verwendung als Nutzpflanze unfruchtbar. Ersatzweise übernehmen die Knollen die Vermehrung, in dem sie reichlich Brut ansetzen. Safran liebt lockeren, durchlässigen Humusboden und kommt in Gesellschaft von Herbstzeitlosen, Sternbergien, frucht­tragenden und herbstbunten Gehölzen bestens zur Geltung. Pflanzzeit ist im Juli, Pflanztiefe 6–10 cm, Pflanzweite 5–15 cm. 

Ilse Jaehner