Was leisten die besten Gründüngungspflanzen?

Gärtner, die Wert auf gesunde Pflanzen legen, die den ihnen anvertrauten Boden vor einer Verarmung schützen und gleichzeitig unerwünschten Beikräutern Einhalt gebieten wollen, säen nach der Ernte und in der Ruhezeit im Winter Gründüngungspflanzen in einzelne Beete oder den gesamten Garten ein. Dadurch hat der Boden eine Zeit, um sich wieder zu regenerieren. 

Nötig ist, ein wenig Geduld aufzubringen, denn wer die Gründüngung zu früh mäht und den Mulch vorzeitig in die Scholle einarbeitet, reduziert das Ausmaß der Bodenverbesserung erheblich. Bei der Umsetzung des Plans können einige Anwendungstipps hilfreich sein. 


Gründüngung auf folgenden Flächen bevorzugt 

Auf einem Neubaugrundstück, weil die Fläche meist durch Baufahrzeuge oder der Lagerung von Material verdichtet ist. Wer eine solche Fläche zum Gartenland veredeln will, tut gut daran, großflächig tiefwurzelnde Pflanzen wie Lupinen oder Sonnenblumen einzusäen. So wird der Boden nach der Ernte feinkrümelig und fruchtbar. 

Weitere Flächen die eine Gründüngung schätzen: 

  • Gemüsebeete, die nicht mit Winterfrüchten bepflanzt sind. 
  • Leere Blumenrabatten, die im nächsten Jahr neu gestaltet werden. 
  • Beete mit Dauerkulturen wie Beeren oder Rosen sowie auf Baumscheiben. 
  • Zwischen den Gemüsereihen, die den Winter hindurch im Nutzgarten verbleiben. 


Vorbereitung des Erdreichs & Aussaat 

Erfahrene Gartenliebhaber wissen, dass der Boden auch für eine Grünsaat vorbereitet werden muss. 

  • Die Erde soll tiefgründig aufgelockert werden. 
  • Anschließend die unerwünschten Beikräuter, Wurzeln und Steine entfernen. 
  • Bei Bedarf Kompost und Algenkalk verteilen und mit einem Rechen die Fläche glätten. 


Vorsicht bei der Saatgutwahl 

Nicht jede Gründüngung ist, wenn man Bodenmüdigkeit und Kohlhernie vermeiden will, für die Grüneinsaat geeignet. Damit eine Bodenverbesserung eintreten kann, soll bei der Auswahl der Grünsaat beachtet werden:  

  • Niemals Pflanzen wählen, die der gleichen oder einer ähnlichen Familie entstammen. 
  • Die Vorgaben der Fruchtfolge sind auch bei Gründüngung zu ­beachten. 

In einem Beet mit Kreuzblütlern in Kultur darf folglich auf keinen Fall eine Aussaat von anderen Kreuzblütlern erfolgen. Gleiches gilt für Hülsenfrüchtler oder Schmetterlingsfrüchtler: 

  • Es gilt, keine Lupinen oder Wicken vor und nach Bohnen oder Erbsen einzusäen. 
  • Ein besonderes Augenmerk richtet ein erfahrener Hobbygärtner auf die Zusammensetzung von Saatgut-Mischungen. Der gesamte Mix wird für ein zukünftiges Kohlbeet nicht genommen, wenn er nur einen einzigen Kreuzblütler enthält. 

Nach der Vorbereitung kann das Saatgut breitwürfig verteilt werden. Die Regel lautet, dass je später es im Jahr ist, je mehr Saatgut gebraucht wird. Die genaue Dosierung steht meist auf der Verpackung. Damit die Saat einen besseren Bodenkontakt erhält, wird sie oberflächlich gleichmäßig in den Boden eingearbeitet und mit einer Walze für den Rasen angedrückt. Im letzten Arbeitsschritt wird das Beet beregnet und mit einem engmaschigen Schutznetz überzogen. 


Vorschläge für winterharte Pflanzen: 

  1. Der Bienenfreund (Phacelia) ist ein Wasserblattgewächs (Hydrophylloideae). Diese Pflanze zählt zu den beliebtesten Gründüngungspflanzen. Die Aussaat erfolgt von April bis September. Sie wurzelt tief, bis zu 70 Zentimetern.  
  2. Wer zusätzlich nach einem erstklassigen Grünfutter für Kleintiere sucht, ist mit Buchweizen (Fagopyrum) gut beraten. Er zählt zu den Knöterichgewächsen (Polygonaceae). Die Aussaat ist ideal für leichte, sauere Böden und erfolgt von April bis August. 
  3. Wer nach einem guten Bodenlockerer sucht, ist mit der Lupine ­(Lupinus) gut beraten. Sie zählt zu den Hülsenfrüchtlern (Fabaceae), die von April bis in den August eingesät werden. Sie blühen blau, weiß oder gelb, vertragen große Trockenheit und lockern mit ihren bis zu fast zwei Metern tiefen Pfahlwurzeln den Boden auf. 
  4. Die Ringelblume (Calendula) ist ein Korbblütler (Asteraceae). Sie kann vom März bis in den Oktober ausgesät werden. Ihr zartes Wurzelsys­tem reicht etwa 70 Zentimeter tief. Sie sieht mit ihren gelben und orangefarbenen Blüten nicht nur schön aus, sondern trägt, weil sie unerwünschte Nematoden im Boden vertreibt, zur Bodengesundheit bei. 
  5. Sonnenblume (Helianthus) zählt mit einer Wuchshöhe von bis zu zwei Metern zu den größten Gründüngungspflanzen. Sonnenblumen sind als Vorsaatt von Obstbäumen und Erdbeeren wertvoll. Sie sind Korbblütler (Asteraceae). Die Aussaat erfolgt von April bis zum August. Ihre Wurzeln können bis zu drei Meter lang werden.  
  6. Feste Böden können mit einer Grünsaat von Studentenblume ­(Tagetes) aufgelockert werden und ihn von Nematoden freihalten. Sie sind Korbblütler (Asteraceae). Eine Aussaat ist von April bis in den August möglich. 


Winterharte Gründüngung mit Salat, Klee und Getreide  

  1. Der Feldsalat (Valerianella) verträgt sich als Baldriangewächs (Valerianoideae) mit allen Gemüsen. Er kann ab März eingesät werden und gilt, ab August oder Oktober gesät, als wertvoller Vitaminspender, besonders im Winter. 
  2. Ein guter Stickstoffsammler ist der Inkarnatklee (Trifolium incarnatum). Er liebt schwere, nicht zu feuchte Böden und wird vom Mai bis in den August eingesät. Die Aussaat vor oder nach Erbsen und Bohnen verbietet sich von selbst, denn allesamt zählen zu den ­Hülsenfrüchtlern. 
  3. Der Perserklee (Trifolium) wächst langsam und hat besonders als Mulch unter Bäumen eine gute Wirkung. Er hat bis zu 60 Zentimeter lange Pfahlwurzeln. Er zählt zu den Hülsenfrüchtlern (Fabaceae) und wird vom März bis zum Oktober ausgesät. 
  4. Der Winter-Raps (Brassica napus) ist ein wahres Wunder in der Bodenauflockerung. Trotzdem er mit seiner gelben Blüte wunderschön aussieht, hat Winter-Raps in Gemüsebeeten mit angebauten Kohlsorten und anderen Kreuzblütlern (Brassicaceae) nichts zu suchen. ­Seine Pfahlwurzeln können bis zu zwei Meter lang werden. Die Aussaat ist vom August bis in den Oktober. 
  5. Öko-Bauern schwören auf Winterroggen (Secale) als Gründünger, weil er reichlich Humus bildet und die Scholle bis zu einer Tiefe von über einem Meter durchwurzelt. Er ist eine gute Vorfrucht zu Kohl, Kartoffeln, Bohnen und Spargel. Winterroggen zählt zum Süßgras (Poaceae). Er hat keine Verwandschaft zu anderen Gemüsen. Seine Aussaat erfolgt vom September bis in den November. 


Bewährte Gründüngungsmischungen 

Hobbygärtner haben in ihrem Garten oft eine Mischkultur. Wenn Sie sich großartige Berechnungen, welche Grünsaat in jedem einzelnen Beet gut wäre, ersparen wollen, fragen Sie im Geschäft oft nach Mischungen, die Sie auf einer größeren Fläche unbesorgt anwenden können. 


Es haben sich folgende Mischungen bewährt 

  • Die Tempo-Grün-Mischung ist nicht winterhart. Sie wächst schnell und kann vom Frühjahr bis in den Oktober ausgesät werden. 
  • Die Gartendoktor-Mischung heilt den Boden von Nematoden und Bodenälchen. Gleichzeitig werden die Mikroorganismen ernährt und sie vermehren sich auffällig. Diese Mischung bildet einen farbenfrohen Teppich von Sommerblumen. 
  • Die Blühstreifen-Mischung ist einjährig und enthält Buchweizen, Borretsch, Dill, Herzgespann, Lupinen, Klee und Sonnenblumen. Jedoch keine Kreuzblütler. Sie wurde gezielt für die Aussaat entlang von Rand- oder Wegstreifen, wo sie im gleichen Zug zur optischen Verschönerung des Gartens beiträgt, entwickelt. 
  • Die Bodenvitalkur enthält vorwiegend Ringelblumen und Tagetes. Ein ausgelaugter Boden schöpft durch sie neue Kraft, während gleichzeitig Nematoden vergrämt werden. 


Welche Pflege bedarf eine Gründüngung? 

Manchmal kann sich im Verlauf einer Wachstumsperiode bei einer Gründüngung ein starker, unerwünschter Wuchs von Beikräutern einstellen. Damit diese nicht die Oberhand gewinnen, werden sie gejätet. Im Winter wird an frostfreien Tagen die Grünsaat gewässert. Eine weitere Pflege der Beete ist meist nicht nötig. 


Das Beet für die Saat im Frühjahr räumen 

Da die Selbstaussaat von Gründüngungspflanzen nur selten erwünscht ist, mäht ein Hobbygärtner sie kurz vor der Samenbildung ab. Abhängig von der kultivierten Pflanzenart, ist dieser Zeitpunkt nach etwa fünf bis elf Wochen gekommen. Dann werden folgende Aufgaben erledigt: 

  • Abschneiden der Pflanzen mit Sense, Freischneider oder Rasenmäher. 
  • Das Schnittgut verbleibt als Mulch auf dem Beet/Feld bzw. Boden. 
  • Erst in angetrocknetem Zustand wird es, wegen der Fäulnisgefahr, flach in die Erde eingearbeitet. 

Die winterharte Gründüngung überdauert während der kalten Jahreszeit auf der Scholle, um im nächsten Jahr gemäht und verarbeitet zu werden. Nicht winterharte Pflanzen dürfen den Winter hindurch auf dem Feld verbleiben, wo sie vor der Samenreife zurückfrieren. ­Diese Maßnahme erleichtert die Räumung des Beetes im Frühjahr. 

Nachdem Mulch und Erdreich vermischt sind, findet die Bestellung des Beetes nach etwa drei bis vier Wochen statt. Diese Wartezeit ist notwendig, denn es braucht einige Zeit, bis im Rahmen der Verrottung die organischen Säuren entstehen, die dazu dienen, die Nährstoffe des Bodens für die späteren Kulturpflanzen zu erschließen.     

Monika Hermeling