Feigen – eine Delikatesse

Feigen sind Maulbeergewächse (Moraceae) und stammen aus Kleinasien, von wo aus der Anbau rund um das Mittelmeer verbreitet wurde. So sollen sich beispielsweise die griechischen Krieger hauptsächlich von Feigen, Käse, Zwiebeln und Weizen ernährt haben. Es handelt sich bei den Feigen um birnenartige Scheinfrüchte, in denen sich viele kleine Samen befinden. Es gibt längliche und gedrungene, kurze, grüne, hellgelbe und rötliche bis violette Feigen. Unreif enthalten sie einen scharfen Milchsaft, der erst bei völliger Reife in Fruchtzucker umgewandelt wird. 

Je dunkler, desto reifer – gilt für die Früchte. Doch sollen sie keinen weißen Überzug aus kris­tallisiertem Zucker haben. Das ist ein Zeichen längerer Lagerung nicht nur bei den Feigen, sondern auch bei den Datteln. Feigen kennen manche nur getrocknet als „Naturalfeigen“ oder in Tafeln und Rollen gepresst, nachdem sie vorher mit Wasserdampf behandelt wurden. Dabei lassen sich aus Feigen gerade zu den winterlichen Festtagen köstliche Dinge machen. Versuche mit folgenden Rezepten lohnen sich! 

Diese Früchte sind übrigens nicht nur verdauungsfördernd, sondern auch gesundheitlich sehr wertvoll, denn sie wirken Störungen im Zellstoffwechsel entgegen, helfen bei Gallen­leiden und werden sogar für Brusttee ge­nommen. Ein früher sehr bekanntes Kaffeegewürz bestand aus Karlsbader gerös­teten Feigen.  

Eine leckere Verwendungsmöglichkeit zur Adventszeit ist der von der Iberischen Halbinsel bekannte „Feigenkäse“ (eine Art Früchtebrot). Wer ihn nicht fertig besorgen kann, sollte ihn sich auf folgende Weise selbst herstellen: 


Feigenkäse 

Zutaten: 500 g reife Feigen, ½ L Weißwein, Saft ­einer Zitrone, 100 g Zucker, Zimt nach Geschmack, mehrere Handvoll Mandeln. 

Zubereitung: Die Feigen waschen, in den kochenden Weißwein werfen, Zucker und Zitrone zufügen und die Früchte halbweich kochen. Mit dem Schaumlöffel herausnehmen, abtropfen lassen. Abgetropfte Feigen mit den Händen zu einer Kugel formen und in die Mitte die Mandeln kneten. 

Die Kugel mit dem Rollholz auf ca. 3 cm Dicke zum „Kuchen“ auswellen und auf einem Teller so lange trocknen lassen, bis sie nicht mehr klebt. In durchsichtige Folie einwickeln und je nach Wunsch kleine Streifen davon mit scharfem Messer zum Verzehr abschneiden. Zwischendurch als Leckerei essen. 


Jüdisches Apfel-Feigenmus 

Zutaten: 250 g Feigen, 125 g Rosinen, 500 g saure Äpfel, zwei Hände voll Walnüsse, grob gehackt (ersatzweise Haselnüsse). 

Zubereitung: Feigen vierteln, Stielansatz ­herausziehen. Mit wenig Wasser mindestens zwei Stunden einweichen. Rosinen waschen, zu den Feigen geben, alles 15 Minuten kochen. Äpfel schälen, vierteln, entkernen und mitkochen. Nachdem sie weich sind, gut durchrühren und zuletzt mit Nüssen überstreuen. Diese Masse eignet sich als Nachtisch und als Kuchenbelag. 


Feigentarte 

Zutaten: 200 g Butter, 200 g Zucker, 1 Ei, 250 g Haferflocken, 250 g Mehl, 1 Päckchen Backpulver, ½ TL Zimt, 500 g Feigen, 2 EL Rosinen, 2 EL gehackten Nüsse. 

Zubereitung: Butter, Zucker und Ei schaumig rühren und die übrigen Zutaten hineingeben, miteinander verkneten. Eine Springform mit der Hälfte des Teiges auslegen, einen Rand hochziehen.  

Mus von 500 g Feigen gekocht mit 2 EL Rosinen und 2 EL gehackten Nüssen darauf verteilen und den Rest des Teiges als Deckel daraufgeben. Bei 190 Grad goldgelb backen und den noch warmen Kuchen mit einer Mischung aus 150 g Puderzucker mit 2 EL Wasser glasieren. 


Feigenmakronen 

Zutaten: 4 Eiweiß, 200 g Puderzucker, 1 Vanillezucker, 250 g geschälte, kleingehackte Mandeln, 250 g gewürfelte Feigen, 200 g Rosinen, 100 g Korinthen. 

Zubereitung: Die Eiweiß steif schlagen, nach und nach mit dem Puderzucker und den übrigen Zutaten vermischen. Kleine Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech­ ­setzen und bei 180 Grad hell backen. 


Kanadische Fruchttörtchen 

Zutaten: 2 Tassen Mehl, 1 Prise Salz, 100 g ­Butter, 5 EL Eiswasser;  

Für die Füllung: 2 Eier, 2 Tassen Zucker, 2 EL ­Essig, 2 Vanillezucker oder 1 Vanille­aroma, ½ Tasse zerlassene Butter, 2 ­Tassen gemischte Früchte (Datteln, Feigen, ­Nüsse, Rosinen). 

Zubereitung: Aus Mehl, Salz und Butter sowie dem Eiswasser auf einem Backbrett Mürbeteig zubereiten, dann solange kneten, bis er nicht mehr klebt. Sechs bis acht kleine Tortenförmchen mit dem Teig auslegen. Die gehackten Früchte für die Füllung mit den übrigen Zutaten dafür vermischen und auf die Tortenförmchen verteilen. Bei 220 Grad 10 Minuten, danach 20 Minuten bei 160 Grad fertigbacken. Abkühlen lassen und mit Schlagsahne garniert auftragen. 


Feigenkuchen

Zutaten: 125 g Butter, 125 g Zucker, 3 Eier, 1 Päckchen Vanillezucker, 250 g trockenen Quark, 500 g Mehl, 2 Päckchen Backpulver, Mus von 500 g ­Feigen, das man auf Wunsch mit Rosinen und Nüssen anreichern kann. 

Zubereitung: Butter, Zucker, Eier und Quark gut vermischen, Vanillezucker, Prise Salz zugeben, Mehl und Backpulver daraufsieben und durchmischen. Die Hälfte des Teiges in eine gebutterte Kastenform füllen, die Fruchtmasse daraufgeben und mit dem restlichen Teig abdecken. Bei 180 Grad eine Stunde backen lassen. Den abgekühlten Kuchen mit Puderzucker bestreuen.        

Gertrud Knobloch