Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

ein Sprichwort sagt: „Der Teufel ist ein Eichhörnchen“. Damit ist gemeint, dass man nie gegen unvorhergesehene und unangenehme Überraschungen gefeit ist. Der kleine Nager galt im Volksglauben bereits im Mittelalter wegen seines roten Fells und seiner enormen Wendigkeit als Symbol des Teufels – dabei sieht er doch so harmlos aus. Wenigen ist bekannt, dass die flinken Nagetiere aber nicht nur Nüsse und Samen fressen – auch ein Vogelnest wird gerne mal ausgeraubt. Also doch nicht so ohne, diese Hörnchen?  


Zumeist sind die roten Baumkobolde aber gern gesehene Gäste im eigenen Garten. Die wendigen Tiere können speziell im Herbst, wenn weniger Laub an den Bäumen hängt und die Eichhörnchen fleißig ihre Nahrungsverstecke füllen, gut beobachtet werden. Aber auch das rasante Liebesspiel eines Pärchens oder die ersten Fangen­spiele rund um den Baumstamm von jungen Eichhörnchen-Geschwistern ist sehenswert.  

Klar, dass man diese gerne in den eigenen Garten locken und ihnen dort ­einen ­Lebensraum schaffen möchte. Bietet man ausreichend Nahrung oder einen Schlafplatz an, kann das sogar gelingen.   


Dazu kann man mit etwas Flecht-Kenntnissen selbst einen Kobel, so wird das ­kugelförmige Schlaf- & Schutz-Nest aus Zweigen, Gras und Moos hoch oben in den Baumkronen genannt, anfertigen. Bei der Platzierung sollte bedacht werden, dass auch Hauskatzen und Marder zu den Jägern von Eichhörnchen zählen.  

Oder man baut mit handwerklichem Geschick und Naturholz rasch ein Futterhäuschen und bietet dort – geschützt vor Regen – eine spezielle Futtermischung an. Die Fütterung kann im Herbst und vor allem im Winter erfolgen, da Eichhörnchen keinen Winterschlaf halten und sich auch kaum Winterspeck anfuttern.  

Auch ein flacher Wassernapf an einer sicheren Stelle im Garten wird von Eichhörnchen gerne genutzt und kommt auch anderen Tieren wie Vögeln und Insekten zugute. Dann muss man sich nur noch geduldig und regungslos auf die Lauer legen, um die kleinen Gartenbewohner beobachten zu können.  


Auch an einer samen- und früchtereichen Bepflanzung verköstigen sich die kleinen Baumkletterer sowie weitere Gartenbewohner gerne. Selbstverständlich könnte man auch einen Haselnuss-Strauch oder vielleicht sogar einen kleinen Walnussbaum (bitte nicht im Kleingarten!) für das Eichhörnchen pflanzen – quasi zum selber Ernten.   


Und im nächsten Frühjahr darf man sich überraschen lassen, denn dann wird die Vergesslichkeit des Eichhörnchens sichtbar: überall sprießen kleine Nussbäumchen – vergessene Nahrungsdepots, die sogar für ein findiges Eichhörnchen zu gut versteckt waren   

Ihr Karl Born,  
Vorsitzender des Hauptvorstands