Grünkohl gibt es auch bunt

Nützlich kann schön sein 

Im Garten wird es immer bunter, weil sich auch Gemüsepflanzen nicht nur grün, sondern farbig präsentieren. Das geht so bei Mangold und Möhren, Rote Bete und mehr und betrifft auch Grünkohl. „Normaler“ Grünkohl hat stark gekrauste Blätter von hellerem oder dunklerem Grün. Sorten wie ‚Halbhoher Krauser‘ oder ‚Lerchenzungen‘ gehören zu den bekanntesten, Saatgut ist überall erhältlich. 

Um Saatgut von ‚Redbor‘ muss man sich schon ein bisschen bemühen. Die Farbe von diesem roten Grünkohl muss man sich nicht wirklich rot vorstellen, sondern eher als Mischung von braunrotgrün bis dunkelviolett. Es kommt, was die Intensität der Farbe betrifft, etwas auf die Umweltbedingungen an und die Jahreszeit. Sie changiert eben, und beim Kochen gibt sie ganz auf, vergeht. 

Obwohl Grünkohl überall gegessen wird, ist er hauptsächlich in Norddeutschland, Schleswig-Holstein, Dithmarschen, um Diepholz ein beliebtes Wintergemüse. In jedem Garten wächst Grünkohl und wird ab Spätherbst zu deftigen Gerichten zubereitet, wobei die meist milden Winter mit wenigen Frostgraden dem Anbau von Grünkohl sehr förderlich sind. Es ist nicht Frost, der angeblich das etwas Bittere der Blätter süß macht, sondern die lange Wachstumszeit, die die Pflanzen nutzen, um weiter Zucker zu bilden. Das gilt unter anderem für die Sorte ‚Winterbor‘ mit grünen bis bläulichen Blättern oder ‚Braunkohl‘, auch ‚Roter Krauskohl‘ mit rot-bräunlichen Blättern. 

Hoch werdende Grünkohlsorten sind was Spezielles, da zugleich Gemüsepflanze und Tierfutter; bekannt als die verschiedenen „Palmen“, mitunter begrenzt auf bestimmte Gebiete wie die ‚Ostfriesische Palme‘, ‚Holten Palme‘ oder ‚Rote Palme‘, diese mit erst violettgrünen, im Winter dunkelvioletten Blättern. Saatgut von diesen doch seltenen Sorten erhält man bei einem Fachhandel, der sich unter anderem dem Erhalt alter Sorten widmet. Dort gibt es auch den ‚Diepholzer Dickstrunk‘ mit grün- bis bläulichen Blättern. Von Palmkohlen nutzt man die unteren älteren Blätter als Tierfutter, die oberen als Gemüse. Die Pflanzen können 180 cm hoch werden. 

Aus der Reihe harter Grünkohlsorten tanzt ‚Nero di Toscana‘, ein waschechter Italiener. Nordische Winter mit Frosttemperaturen hält er nicht aus. Seine Blätter färben sich hübsch blaugrün, mal heller, mal dunkler, mitunter so intensiv, dass dieser Kohl auch Schwarzkohl genannt wird. Er schmeckt milder als üblicher Grünkohl, schmückt Zierbeete, noch mehr Kübel auf Terrasse oder Balkon, wird gewöhnlich schon früh, ab Spätsommer und im Herbst geerntet.  

Ilse Jaehner