Die Sterngladiole

Eine spätblühende Knolle aus Afrika 

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich an die Knollen gekommen bin, doch eignet sich diese Pflanze vorzüglich für eine Kultur im Kübel. Bis ich zum ersten Mal die Blüten sah, dauerte es auch noch etwas länger. Das war dann auch nicht an den eigenen Pflanzen, sondern auf der Insel Mainau.  

Doch hat sich das Warten auf eigene Blüten gelohnt. Acidanthera ­murielae hieß die Pflanze schon, mittlerweile wird sie aber als eine Gladiolen-Art, Gladiolus murielae, betrachtet. Was sie von einer Gladiole unterscheidet, ist das aufeinanderfolgende Öffnen der Blüten. Pro Blütenstand sind es sechs oder auch mehr Blüten, die sich von unten nach oben öffnen. Es kommt selten vor, dass mehr als zwei Blüten an einem Blütenstand gleichzeitig geöffnet sind. Dadurch wird der Zeitraum der Blüte wesentlich länger, und Blüten im Oktober sind keine Seltenheit.  

Doch damit die Pflanze auch bei uns sicher zur Blüte kommt, muss zeitig im Frühjahr angefangen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Ansprüche an eine lange Kulturzeit erfüllt werden. Die Pflanze kommt ursprünglich aus dem östlichen Afrika. Dies ist ein Hinweis auf erhöhte Ansprüche an die Temperatur. Der Austrieb der Knollen erfolgt temperaturbedingt. Zunächst schieben sich die entfernt an Schwerter erinnernden, intensiv-grünen Blätter nach oben. Erst ab August erscheinen die weißen, etwas ungewöhnlich sternförmigen, leicht duftenden Blüten mit dem dunkel-lila gefärbten Zentrum.  

Am heimatlichen Standort wächst die Sterngladiole auf steinigem Untergrund. Dies erfordert im Kübel eine gute Dränage – Kies oder Blähton am Topfboden – und ein durchlässiges Substrat. Eine käufliche Kübelpflanzenerde sollte mit wenigstens 30 Volumen % Sand durchlässiger gemacht werden. Es ist vorteilhaft, bei der Vorbereitung des Substrates schon etwas Langzeitdünger mit optimal 6-monatiger Wirkungsdauer unterzumischen. Zur Dosierung wird das Volumen des Kübels herangezogen: pro Liter Topf­volumen ein gestrichener Teelöffel des Langzeitdüngers.  

Thomas Bay