Zwergmispeln mit Fruchtschmuck

Blickfänger für Herbst und Winter 

Es ist eine Freude, dem Herbst zuzusehen, wie er Baum und Strauch so wunderbar bunt schmückt, die einen noch schöner als die anderen, so auch Zwergmispeln, die Gartenbesitzer oft besser unter der Bezeichnung Cotoneaster kennen. Mancher wird sagen: „Ach, das grüne Zeug, das am Boden herumkriecht.“ Die sind hier nicht gemeint, sondern höher werdende Arten, die sich sehr gut in den immergrünen Rahmen für Haus und Garten einfügen, sich mit mittlerer Größe anpassen und nicht wie wüchsigere Gehölze den Garten eng machen. Es muss ja immer noch genügend Freiraum bleiben zwischen einzelnen Pflanzen, zwischen Gruppen, damit sich alle frei entfalten können und voll zur Geltung kommen.  

Die in Frage kommenden Zwergmispel-Arten oder -sorten gefallen mit wintergrünen oder zumindest halbwintergrünen Blättern und roten Früchten. Als erster sei Cotoneaster ‚Cornubia‘ genannt, ein starkwüchsiger Strauch mit trichterförmig angeordneten Zweigen, der 3–4 m hoch wird und sich mit der Zeit 3 m ausbreitet. Im Juni blüht ‚Cornubia‘ mit weißen, schirmartigen Blütenständen. Ihnen folgen im Herbst viele intensiv rote Früchte, die, das ist besonders wichtig, bis ins Frühjahr halten, da sie nicht von Vögeln gefressen werden. Man muss den Freiraum, den dieser Strauch braucht, unbedingt beachten, damit er seine volle Schönheit entfalten kann, ihn nicht zwischen andere Gehölze zwängen und womöglich „passend“ schneiden, wenn es eng wird.  

Cotoneaster salicifolius ‚Floccosus‘ wird 3, auch mal 5 m hoch und 3 m breit, ist also ebenfalls angewiesen auf genügend Platz. Den weißen Blüten im Juni folgen orangerote Früchte. Die Sorte ‚Herbstfeuer‘ bleibt mit 40–50 cm erheblich niedriger, wird dazu dreimal so breit, bildet hellrote Früchte, die bis ins Frühjahr halten, weil Vögel sie erst spät bemerken.  

Eine schwungvolle Schönheit ist Cotoneaster ‚Pendulus‘. Von Natur aus wächst dieser Strauch niederliegend, doch kann man die Haupttriebe stäben, so dass dann die Seiten­äste bogenförmig überhängen. Das macht sich zum Beispiel gut, falls er von der einen Seite einer Sichtschutzwand auf die andere überhängt. Hübsch sieht es auch aus, wenn ‚Pendulus‘ in einem Kübel steht, unterpflanzt mit Schneeheide oder spätblühendem Heidekraut. Dieser Cotoneaster ist allerdings etwas empfindlich gegen starken Frost sowie große Temperaturunterschiede zwischen klaren Winternächten und -tagen. Man sollte ihn an sonnigen Plätzen im Winter ein bisschen schattieren, vor Ostwind und Sonne schützen. Auch ‚Pendulus‘ bildet viele rote, langhaltende Früchte. Wir wollen Cotoneaster ‚Bullatus‘ nicht vergessen, 3 m hoch werdend, gelegentlich mehr, jedoch nicht wintergrün, dafür mit vielen lebhaft roten Früchten.    

Ilse Jaehner