Waldsteinie knüpft Teppiche

Mit preiswertem Nachwuchs 

Im Oktober ist gerade noch Zeit, Waldsteinien zu pflanzen, nicht bloß ein paar, gleich viele, so dass es im nächsten Frühling schon hübsch blüht und im Laufe des Sommers die vorgesehene Fläche komplett grün ist. Waldsteinie ist ein toller Teppichknüpfer mit Wildstaudencharakter, der kahle Stellen schnell begrünt und in die Nähe von Lungenkraut, Veilchen, Maiglöckchen, Waldmeister, Buschwindröschen sowie anderen früh­blühenden Stauden passt. Da blühen die Pflanzen leuchtend gelb. Weil es viele Blüten sind, wirken sie auch in die Ferne. Zusammen mit dem wintergrünen, intensiv gefärbten Blättern ergibt das ein schönes Frühlingsmotiv, noch bevor die Bäume ihr Laubdach entfalten, also in hellem Schatten, aber auch in Sonne, vorausgesetzt die Erde entspricht den Wünschen. Die letzten Jahre waren in dieser Beziehung weniger zuträglich für Waldsteinien. In meinem Garten sah es so aus, als hätten sie die Trockenzeiten nicht überlebt, doch siehe da, in diesem feuchteren Jahr waren sie so grün und blühten wie eh und je. 

Waldsteinie hat keinen deutschen Namen, der botanische Waldsteinia wurde einfach übernommen, ist zum Glück leicht eingängig. Wichtig ist, dass Interessierte zwischen Waldsteinia ternata und geoides unterscheiden. Geoides ist die weniger wichtige Art von beiden. Sie wächst mehr horstig, bildet praktisch keine Ausläufer, hat ungeteilte Blätter, blüht je nach Lage zwischen Februar und Mai. Ternata bildet Ausläufer, hat geteilte, glänzende, dreigeteilte, wintergrüne Blätter, die erst kurz vor Erscheinen des frischen Triebes absterben, und dann sind schon gleich neue da. Intensiv gelb gefärbte Blüten öffnen sich in der Zeit von März bis Mai, abhängig von Standort und Witterung. Viele Ausläufer ziehen die Fläche schnell ganz dicht zu, so dass praktisch kein Unkraut mehr durchkommt. Solche Fläche überlässt man weitgehend sich selbst. 

Man kann Waldsteinie durchaus sonnig pflanzen, jedoch nicht prallsonnig und dann womöglich noch in eher trockeneren als feuchten Boden. Das geht gar nicht. Waldhumusboden wäre gut. Normale Gartenerde verbessert man mit Kompost, Lauberde, bei schwerem Boden auch grobem Sand, immer darauf achtend, dass das Ergebnis genügend wasser­haltend ist. Unter flachwurzelnden Bäumen wie Birken fühlt sich Waldsteinie nicht wohl. Will man rasch eine geschlossene Pflanzendecke haben, setze man je m² 20–25 Pflanzen. Das hört sich viel an, aber wenn man Wald­steinien in gut vorbereitete Erde pflanzt, wachsen sie schnell an und bilden bald zahlreiche Ausläufer, mit denen man weiter vermehrt. Insgesamt ein sehr preiswertes Verfahren. Kommt man im Verlauf des frühen Herbstes nicht zur Pflanzung, gibt es dazu Gelegenheit bei Austrieb im frühen Frühjahr oder gleich nach der Blüte.    

Ilse Jaehner