Den Gartenteich im Herbst nicht vergessen

Sie schmunzeln vielleicht über diese Worte. Der Spruch „Es gibt nichts was es nicht gibt“ ist uns aber bekannt. Damit ist alles gesagt. „Huch, der Teich ist schon zugefroren, die Pumpe muss noch raus, das ganze Laub im Wasser“. Manchmal verschwitzen wir eigentlich ganz gängige Sachen. Ich entschuldige mich da schon mal mit den Worten „Ich bin halt ein Mann“. Meine Frau sowie meine Kolleginnen nehmen das dann schmunzelnd zur Kenntnis.  

Genug Spaß gemacht – was macht Sinn? Laub hat im Teich nichts verloren. Das gilt es immer wieder herauszufischen. Sobald die ersten Blätter fallen, muss der Kescher bereitstehen. Auch wenn es nur wenig Laub ist: Heraus damit und nicht warten bis es sich lohnt und eine größere Menge auf dem Wasser schwimmt. Denn dann ist auch schon eine Portion abgesunken und liegt auf dem Teichboden. Wer nicht häufig abkeschern will, kann auch ein Netz aufspannen. Allerdings muss es hoch genug abgespannt werden, damit es durch das Laubgewicht nicht ins Wasser hängt. Vor allem darf man es aber auch nicht zu voll werden lassen. Sie müssen es ja noch bewegen und entleeren können. Das Laub geht dann seinen Weg als Mulch oder im Kompost zu Ende. Schauen Sie spätestens jeden zweiten Tag nach dem Netz, nicht nur wegen der Laubmasse, sondern auch weil sich Vögel und auch Igel darin verheddern können. Alles was von der Rundumbepflanzung ins Wasser hängt, fällt der Schere zum Opfer. Auch dieses Material gibt, genau wie das Laub, Nährstoffe ins Wasser ab, was nicht sein darf. Diese Anreicherung schadet der Wasserqualität und damit den Fischen und sonstigen Lebewesen. Jeder Teichbesitzer möchte klares Wasser. Ein Übermaß an Nährstoffen verstärkt das Algenwachstum im nächsten Jahr. Dümpeln Algenklumpen umher, kommen die auch raus und entweder auf den Kompost oder in die Biotonne. Sinken Pflanzenteile auf den Boden, verbrauchen sie bei ihrer Zersetzung Sauerstoff und bilden dort den Bodenschlamm. Gerade dieser sollte regelmäßig entfernt werden. Teichschlammsauger, die man auch ausleihen kann, erleichtern die Arbeit. Wer mit der Schaufel arbeitet, hat schnell die Folie beschädigt. Generell ist es sinnvoll, nicht zu lange zu warten, denn wenn die Schicht schon einige Zentimeter dick ist, stoßen auch die Sauger an ihre Grenzen. Notfalls muss eine Fachfirma ran. So schön es auch ist, den Fischen bei der Nahrungsaufnahme zuzuschauen, bremsen Sie sich. Ab ungefähr +10 °C Wassertemperatur benötigen diese kein Futter mehr sondern fahren ihren Stoffwechsel herunter und gehen in die Winterpause. Das Futter sinkt in diesem Fall auf den Boden und gammelt vor sich hin. Durch eine entsprechend Bepflanzung ist eventuell der Sauerstoffaustauch gewährleistet. Wer sich unsicher ist, kann durch verschiedene Eisfreihaltervarianten dafür sorgen. Ist eine geschlossene Eisdecke vorhanden schmilzt heißes Wasser eine Öffnung hinein. Haben Sie ein Loch geschaffen, schöpfen Sie Wasser heraus. In diesem Leerraum von wenigen Zentimetern isoliert nun die Luft zwischen Wasser und Eis gegen die Kälte. Mit Eisfreihaltern, Schilf-, Reisigbündeln, Holzklötzen usw. können Sie dann das Loch langfristig eisfrei halten. Bitte keinesfalls mit Gewalt, wie mit Hammer oder Axt, die Eisdecke bearbeiten, denn im schlimmsten Fall zerstören die dadurch erzeugten Druckwellen die Schwimmblasen der Fische. Natürlich spielt die Größe und Tiefe des Teichs eine wichtige Rolle. Ab einem Meter Tiefe und mehr frieren Gewässer in unseren Breiten normalerweise nicht komplett durch. Daher können Fische, Muscheln, Insektenlarven, Wasserschnecken und Frösche im Bodensatz überwintern. In der Regel ist es ja auch nicht so, dass wochenlang tiefstes Sibirien herrscht. Meist taut die dünne Eisschicht nach einer gewissen Kältezeit wieder auf. So kann dann der Gasaustausch wieder problemlos stattfinden. Kleine Wasserflächen, Mini- oder Kübelteiche sind schneller vereist und im Übrigen wegen der hohen Temperaturschwankungen – auch im Sommer – für die Haltung von Fischen nicht geeignet. Mitunter brauchen auch manche Teichpflanzen ein frostfreies Quartier (z. B. Wassersalat, Wasserhyazinthe). In großen Kübeln können sie bis zum nächsten Frühjahr im Keller verstaut werden. Denken Sie auch an Ihre Gerätschaften im Wasser: Pumpen, Leitungen, Filter, Wasserspiele müssen durchgesehen und fachgerecht eingelagert werden. Dabei können notwendige Reparaturen abgewickelt werden.  

Ein Gartenteich will gepflegt werden, nur so bleibt der Spaß daran erhalten. Verwilderte, zugewucherte Stechmückenbrutplätze will keiner haben. Ordentliche Gartengewässer leisten einen positiven Beitrag für alle möglichen Tiere im Laufe des Jahres. In dem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass Ausstiegshilfen für Igel oder andere kleine Säugetiere, die im Garten vorkommen, sinnvoll sind, damit diese es schaffen, aus dem Wasser wieder herauszukommen. Gerade für uns selbst ist es doch eine Augenweide wenn es rund um unser Wasserparadies summt, brummt und blüht. Schauen Sie also in regelmäßigen Abständen nach Ihrem Teich und er wird den Winter, egal ob mit Frost, Eis oder Schnee, in gutem Zustand überstehen. 

Hans Willi Konrad