Hagebutten –wertvolle Wildfrüchte

Tierfreunde meinen, man sollte die Hagebutten den Vögeln überlassen, die hätten sie eher verdient, als die Menschen, die doch im Überfluss lebten. Das stimmt nur bedingt. Meistens – besonders in „guten Jahren“ – gibt es soviel Hagebutten, dass auch die Vögel nicht den geringsten Teil von ihnen konsumieren können. Man darf deshalb ruhig ernten! 

Sammeln sollte man die Früchte bei Beginn der Reife. Man kann sie der Länge nach zerschneiden und die Kerne und Härchen auskratzen. Die Schalen können dann mäßiger künstlicher Wärme ausgesetzt werden, bis sie trocken sind. Diese getrockneten Schalen kann man in der Kaffeemühle oder Moulinette mahlen und als gesunden, aromatischen Zusatz Feingebäckteig zufügen – er schmeckt köstlich! Auch Suppen und Süßspeisen können damit verfeinert werden. 

Zu Tees und Suppen braucht man aber auch zu trocknende Hagebutten nicht zu entkernen. Man wäscht sie ganz, trocknet sie ab und setzt sie milder Ofenhitze aus. Zu einem gesunden, wohlschmeckenden Tee weicht man die Hagebutten am Morgen ein, gießt den gezogenen Tee am Abend ab und kocht die Schalen und Kerne mit etwas Wasser fünf Minuten aus. Danach schüttet man beides zusammen und hat dann die Früchte voll ausgenutzt. Pro Tasse Tee rechnet man 1 TL Hagebutten.  

Die frischen Schalenhälften können auch ohne Hitze konserviert werden. Man mischt sie mit der gleichen Menge Zucker und lässt sie in verschlossenem Glas stehen. Sie bleiben den ganzen Winter über gebrauchsfertig und behalten ihre Vitamine: 


Hagebuttensaft 

Am besten treibt man die Früchte roh durch den Fleischwolf und setzt sie mit Wasser und Zucker im Verhältnis 5:3:0,4 an. Diese Mischung über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag dampfentsaften. 


Hagebuttenmarmelade 

Am Strauch „weichreif“ gewordene Früchte soll man hierfür verwenden. Nur 10–15 Min. kochen, um die Vitamine zu schonen, dann durch Fruchtpresse oder feines Sieb treiben. Das Mus unter Aufkochen zu Brei mit Zucker verrühren. In Gläser oder Steinkrüge abfüllen, verschrauben oder mit Cellophan heiß verschließen. 


Hagebuttenmark ohne Zucker 

Hagebuttenhälften oder auch ganze Früchte mit wenig Wasser weich kochen, durchpassieren und zuckerlos in Süßmostflaschen oder Schraubgläser füllen und 20 Min. bei 75 Grad sterilisieren.

Dieses Mark kann man schwach gesüßt oder auch so wie es ist, als Brotaufstrich verwenden. Aber auch zu kalten und warmen Soßen und Dips – mit Apfelsaft oder Wein verlängert – zu warmen oder kalten süßen Suppen und mit Tomatenmark zusammengemischt zu allem, was mit Tomatenmark zubereitet wird. 


Tee aus Hagebutten und Hagebuttenkernen 

Aus Kernen gewonnen, braucht Hagebuttentee 15 Min. Kochzeit. Aus Kernen wie aus zerstoßenen Früchten gewonnener Tee hilft bei Nieren- und Blasenleiden, bei Neigung zu Grieß- und Steinleiden, bei Gicht und Rheuma. Auch bei Störungen der Atem- und Verdauungsorgane kann er längere Zeit ohne schädliche Nebenwirkungen getrunken werden. 


Hagebuttenpunsch 

Gemischt aus Hagebuttentee und einem leichten Rotwein im Verhältnis ¼ Tee, ½ Wein. 


Hagebuttenhonig 

2 L Wasser pro 1 Liter gewaschene trockene Hagebutten nehmen und drei Stunden kochen. Saft durch ein Tuch ablaufen lassen. Auf ½ L Saft 400 g Zucker geben und dick einkochen. In Schraubgläser füllen. Noch besser als dieses alte Rezept zu nehmen ist es, nur die Hälfte Wasser zu nehmen und später den Saft mit Geliermittel 2:1 schnell zu Gelee zu kochen. 


Hagebutten-Rhabarber-Marmelade

1 kg ungesüßtes Hagebuttenmark vom Vorjahr mit knapp 1 kg Rhabarber und ½ kg Zucker sowie der Schale einer Zitrone zu Marmelade kochen.        

Gertrud Knobloch