Gartenbohnen als Gemüse und Medizin

Die ganz normale Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) ist den meisten nur als beliebtes, wohlschmeckendes Gemüse bekannt, doch hat sie auch einige Heilwirkungen. Roh allerdings sollte sie nie verwendet werden, da sie nur in gekochtem Zustand oder abgebrüht für den Menschen bekömmlich ist. Als Teedroge werden die schon älteren, fast trockenen Bohnen ohne Kerne verwendet, also nur die getrockneten gelblichen Hülsen. Sie enthalten hauptsächlich Mineralstoffe und vor allem Kalium und Natrium in einem besonders zuträglichen Verhältnis, ebenso Kieselsäure, die für die Gesunderhaltung von Haaren und Nägeln wichtig ist, aber auch sonst unentbehrlich.

Bohnenschalentee hat eine schwach entwässernde Wirkung, wird gut vertragen und reizt die Nieren nicht – beispielsweise im Unterschied zu Wachholderbeeren, die bei Kuren nur immer wieder für kurze Zeit genommen werden sollen. In der Volksmedizin hat Bohnenschalentee einen Ruf als Diabetikertee und diese können ihn auch ungestört trinken, um auch ihren Kaliumspiegel stabiler zu halten, doch normalisiert er keineswegs den Blutzucker und ersetzt entsprechende Medikamente! Für die Zubereitung soll ein Esslöffel Bohnenschalen in Wasser kurz aufgekocht werden, nach 15 Min. dann mittels Teesieb abgegossen. Davon sollen täglich zwei bis drei Tassen getrunken werden.

Allgemein bekannt und geschätzt ist die grüne Gartenbohne allerdings im Kochtopf und dazu wird sie jetzt erntereif. Auch als Salat sind sie in der heißen Jahreszeit köstlich.


Grüner Bohnensalat 

Zutaten: 500 g junge grüne Bohnen, 1 Zwiebel, Essig, Öl, Salz, 1 TL Senf, Pfeffer, Petersilie. 

Zubereitung: Die Bohnen werden abgefädelt, in Salzwasser weichgekocht und kalt abgeschreckt. Aus den übrigen Zutaten mit der sehr kleingewürfelten Zwiebel mischt man die Marinade, gibt die Bohnen hinein und lässt den Salat noch einige Zeit im Kühlschrank gut durchziehen. Wer möchte, kann ihn auch vor dem Auftragen noch mit kleingeschnittener Gurke vermischen. Die kleingehackte Petersilie bzw., soweit vorhanden, etwas frisch gehacktes Bohnenkraut zuletzt aufstreuen. 


Bohnentopf mit Suppenfleisch 

Zutaten: 500 g Suppenfleisch, 500 g grüne Bohnen, 1 Zwiebel, Suppengrün, 1 Tasse Tomatenmark, kleines Sträußchen frisches Bohnenkraut, 1 EL saure Sahne, Salz, etwas Mehl zum Andicken. 

Zubereitung: Das Suppenfleisch in möglichst kleine Würfel schneiden, mit Suppengrün in  ½ L Salzwasser halbgar kochen, dann kleingeschnittene Zwiebel und geputzte, in Stücke geschnittene grüne Bohnen zugeben, ebenso das Bohnenkraut und alles fertiggaren. Saure Sahne mit Tomatenmark und 1–2 EL Mehl mischen, zum fertigen Gemüse geben und zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken, allein oder mit Salzkartoffeln zu Tisch geben. 


Holsteiner Bohnen  

Zutaten: 750 g Bohnen, 5 Birnen, 1 Pfund Suppenfleisch, 1 Zwiebel, Bohnenkraut, Suppengrün, Salz und Pfeffer, evtl. Mehl zum Andicken.  

Zubereitung: Kleingeschnittenes Suppenfleisch mit ½ L kochendem Wasser und dem Suppengrün fast weich kochen, dann die kleingeschnittenen Bohnen und das Bohnenkraut zugeben und garen, fast zum Schluss die weichen Birnen schälen, würfeln und zugeben. Nach Geschmack würzen und evtl. noch mit etwas Mehl andicken. 


Weißkohl-Bohnentopf 

Zutaten: 500 g Weißkohl oder Chinakohl, 500 g Bohnen, 250 g Möhren oder Kürbisstückchen, 500 g Kartoffeln, 1 Zwiebel, 2 große, säuerliche Äpfel, 250 g Mettwurst, 1 L Wasser, 1 Würfel Gemüsebrühe, Salz und Pfeffer, 1 TL Kümmel, 2 EL saure Sahne. 

Zubereitung: Kohl putzen und kleinschneiden, Bohnen ebenso. Frisches Gemüse kurz blanchieren, dann mit Gemüsebrühe und Wasser ansetzen, Zwiebel hacken und zugeben, Möhren oder Kürbis in Stückchen, ebenso Kartoffel und Äpfel. Mettwurst kleingeschnitten und Kümmel zugeben, durchrühren und alles bei kleiner Hitze gar werden lassen (etwa ¾ Stunde). Saure Sahne unterrühren und mit Gewürzen abschmecken, mit Weißbrot zu Tisch geben. 


Gut zu wissen: Außer den Hauptinhaltsstoffen enthalten Bohnen auch noch Eisen, Mangan, Kalk, Phosphorsäure, Schwefel, Chlor, Nickel, Silizium, Kobalt und Aluminium. Eine lange Mineralstoffliste! 

Gertrud Knobloch