Wirsing als Wintergemüse

In Konkurrenz mit Zitronen  

Wirsing ist ein tolles Wintergemüse, ­schmeckt gut, ist gesund, macht fit, weil er wenig Kalorien hat, dagegen viele wertvolle Substanzen enthält: Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Bemerkenswert hoch ist der Gehalt an Vitamin C. Da kann sich Wirsing mit Zitronen messen. Auch Folsäure ist reichlich vorhanden, nebenbei Senföl, das man, wenn es stört, mit einigen Kümmelkörnern neutralisiert, zumal Wirsing davon weniger enthält als der verwandte Weißkohl. Wirsing ist also allgemein bekömmlicher. Das spiegelt sich in einer Vielzahl von Rezepten wieder, eines noch leckerer als das andere und im Winter hoch willkommen, zumal Wirsing hierzulande oft auf dem Felder wächst und weit verbreitet auch in Gärten gedeiht – nicht von weither angekarrt oder eingeflogen werden muss.  

Von Oktober bis Mitte Februar haben Wintersorten Hochkonjunktur. Solche späten Sorten sollen einige Frostgrade aushalten können. Deren Saat erfolgt gewöhnlich im Juli/August, jedoch nicht, wenn es um die altbewährte ‚Winterfürst‘ geht. Die wächst insgesamt langsam, so dass sie schon im April gesät wird. Das lohnt sich, weil ‚Winterfürst‘ eben doch am besten auf dem Beet durchhält und noch gut ist, wenn im Februar/März der letzte Kopf geerntet wird. Allerdings sei hinzugefügt, das auch die Winterhärte von ‚Winterfürst‘ Grenzen hat. Fröste sollten nicht all-zu scharf sein und das Wetter gleichmäßig kühl, nicht abwechselnd frostig und warm. Eine empfehlenswerte Wintersorte mit kürzerer Kulturzeit ist ‚Marner Grüfewi‘.  

Bei Kohl erwartet man dichte, geschlossene Köpfe, mitunter auch „Apfel“ genannt. Schützende Umblätter umgeben sie. Falls man nicht sicher ist, dass die Köpfe Winterwetter unbeschadet überstehen, nimmt man Anfang Dezember die Köpfe mit Strunk aus der Erde und schlägt im Frühbeet ein, wo man sie gegebenfalls bequem mit übergelegten Fenstern ausreichend schützen kann. Oder bereitet in einem kühlen Keller (Schuppen) ein Sandbett her und legt darauf die Köpfe aus.  

Eine wichtige Voraussetzung, dass Wirsing gut gedeiht, ist viel Licht mit möglichst Sonne von morgens bis abends. Ferner braucht jede Pflanze mit ihren umfangreichen Umblättern ausreichend Platz, um sich gut zu entwickeln. Insofern ist Wirsing eine Gemüseart vorwiegend für den etwas größeren Gemüsegarten. In luftfeuchten Gegenden wächst Wirsing am besten, vor allem, wenn die Erde ebenfalls immer gut feucht ist und genügend nährstoffreich. Das ist vor allem beim Anbau von Winterwirsing zu beachten, dem ja eine andere Gemüseart voranging. Es muss also nachgedüngt werden. Eine Kopfdüngung, vorteilhaft zu Beginn der Kopfbildung, wirkt sich besonders vorteilhaft aus. Mulchen des Beetes spätestens vor Wintereinbruch lohnt sich. Die Wurzeln sind etwas geschützt, die Kohlpflanzen fühlen sich wohler.  

Ilse Jaehner