Salbeiblätter haben es in sich

Salbei ist im Winter nützlich

Der Herbst ist da, es wird gewiss Winter, kaum irgendwo sind noch Blüten zu sehen, und selbst Blätter wurden seltener. Immerhin es gibt sie, die wintergrünen oder immergrünen Pflanzen, die ihre Blätter behalten. Eine davon ist Salbei, die bekannte Würz- und Heilpflanze mit dem botanischen Namen Salvia officinalis. Seine lilafarbenen Blüten im Sommer interessieren jetzt nicht, umso mehr die Blätter, die in mehrfacher Hinsicht Aufmerksamkeit verdienen.   

Sie sind hübsch anzusehen, länglich-oval geformt, ein bisschen runzelig und weißlich behaart, so dass sie graufilzig aussehen, vor allem die jungen Blätter. Ältere verkahlen mehr oder weniger und sind dann nicht mehr ganz so attraktiv.  

Das Wort ‚officinalis‘ im botanischen Namen deutet darauf hin, dass diese Pflanze, ursprünglich aus klimatisch günstigeren Gegenden stammend, schon lange als Heilpflanze genutzt wird. Das ist auch jetzt noch aktuell, zumal in Herbst- und Winterzeiten, wenn man es mit Erkältungskrankheiten zu tun hat. Dann sind vor allem Salbeibonbons und Salbeitee gefragt. Blätter enthalten ätherisches Öl, zusammengesetzt aus Cineasol, Kampfer, Borneol, Bornylacetat, allerdings auch dem Nervengift Thujon. Daher wird empfohlen, Salbeitee nicht täglich über längeren Zeitraum zu trinken, sozusagen als Haustee, sondern nicht länger als vier Wochen, manche meinen sogar, nicht länger als zwei Wochen. Außer gegen Erkältungen sowie gegen Entzündungen im Mund und Rachenraum wirkt Salbeitee wohltuend im Bereich von Galle und Niere.  

Frische Salbeiblätter, die es also den ganzen Winter hindurch gibt, lassen sich verschiedentlich nutzen. Bei Halsweh kaut man auf frischen Blättern oder reibt sie an den Zähnen, in der Hoffnung, dass diese schön weiß bleiben oder werden. Aus Italien kommen viele Rezepte für Salbei zu Nudelgerichten. Dazu reichlich Salbeiblätter pflücken, waschen, trocken schütteln, eventuell ein wenig kleiner schneiden, Knoblauchzehen schälen, hacken, in Butter andünsten bis sie anfangen bräunlich zu werden, mit den Salbeiblättern mischen, noch ein wenig erhitzen, unter die Nudeln geben und mit Parmesan bestreuen – das Beste aus der mediterranen Küche, behaupten manche und variantenreich herzustellen.  

Damit Salbei gut wächst und viele Blätter bildet, pflanzt man ihn an einen warmen, sonnigen, windgeschützten Platz, immer in durchlässigen Boden. Salbei als Halbstrauch muss durch Schnitt immer wieder verjüngt werden, weil schon etwas ältere Pflanzen sonst leicht verkahlen. Das geschieht vorteilhaft im Nachwinter vor Austrieb. Anfang des Winters deckt man die Wurzelscheibe mit Gartenhäcksel oder ähnlichem Material. Zur Teegewinnung schneidet man die Blätter jeweils vor der Blüte, etwa Anfang Juni und eventuell noch einmal Ende August.  

Ilse Jaehner