Eine Pflanze, die nach Gummibärchen riecht

Helenium aromaticum

Duftpflanzen sind eine Möglichkeit, nicht nur Kinder für die Pflanzenwelt zu begeistern. Sei es im Garten oder auch im Zimmer auf der Fensterbank, man geht an gewissen Duftpflanzen nicht vorbei ohne vorher daran gerieben und geschnüffelt oder geschmeckt zu haben. Hinsichtlich Pflanzendüften gibt es schon sehr vieles im Topf. Im Hinblick auf fruchtige Blattdufter haben wir Zugriff auf Ananas, Apfel, Erdbeere, Johannisbeere, Melone, Orange, Zitrone und etliches mehr. Wer einen besonders ausgefallenen Duft sucht, hat auch die Möglichkeit sich eine nach frischem Teer duftende Pflanze zu besorgen. Letztere dürfte aber für Kinder eher ungeeignet sein, doch könnte eventuell eine nach Coca-Cola oder Gummibärchen duftende Pflanze genau das Richtige sein. Denn Coca-Cola und Gummibärchen kennt ja fast jeder, und den entsprechenden Blattduft liefern im Falle von Coca-Cola gleich zwei Pflanze, mit denen wir uns zu einem späteren Zeitpunkt beschäftigen wollen. Heute soll es nur um den Gummibärchenduft gehen, den eine Pflanze aus Chile mit botanischer Bezeichnung Helenium aromatica (syn. Cephalophora aromatica) mitbringt.  

Diese einjährige und wohlriechende Pflanze mit kleinen gelben Kugelblüten gehört zur großen Familie der Korbblütler oder Asteracaeae und wächst am heimatlichen Standort in trockenen Regionen. Sie wird kaum höher als 50 cm, hat schmale längliche Blätter und blüht bei Aussaat im Frühjahr bereits im Sommer. Das Schöne an der Pflanze ist eine sehr schnelle Keimung. Das macht sie für Kinder sogar noch interessanter, denn ein langes Warten lässt schnell die Geduld und das Interesse an Pflanzen verlieren.   

Beim Berühren aller Teile der Pflanze wird der angenehme Duft wahrgenommen, der den einen an Gummibärchen denken lässt, andere können auch jenen von Apfel oder Ananas wahrnehmen. 

Die Anzucht erfolgt einfach aus Samen, der im Handel erhältlich ist. Die Keimung kann bei frischem Saatgut schon nach zwei Tagen erfolgen, manchmal kann es aber auch etwas länger dauern. Saatgut aus eigener Ernte erwies sich als sehr schnell. Diese Besonderheit weisen nicht so viele Pflanzen auf, denn es gibt auch solche, die sich etwas mehr Zeit lassen. Wichtig ist dabei, die Saatgefäße im Freien aufzustellen, da die Samen bei schwankenden Temperaturen etwas besser keimen. Optimal für die Keimung sind Temperaturen um 20 ºC. Das Saatgut wird nur auf das vorher angefeuchtete Substrat, eine käufliche Aussaaterde, aufgestreut und etwas angedrückt. Wenn die Sämlinge ausreichend groß sind, werden sie zu dreien oder vieren in kleine Töpfe gepflanzt oder pikiert, wie der Gärtner sagt. Auch eine Direktsaat an geeigneter Stelle im Garten ist denkbar, hier sollte aber etwa bis Mai gewartet werden. Im Sommer oder Spätsommer erscheinen dann in großer Zahl die etwa einen Zentimeter großen, gelben Kugelblüten, aus denen sich dann Samen entwickeln, die im nächsten Jahr wieder ausgesät werden können. Mit der Ernte sollte so lange gewartet werden, bis die Blüten einen bräunlichen Farbton annehmen. Gelegentlich kann es vorkommen, dass sie noch an der Pflanze auseinanderfallen. Wem die eigene Anzucht zu langwierig ist, kann fertige Pflanzen auch in spezialisierten Gärtnereien erwerben.   

Hinsichtlich Pflanzenschutz scheinen besonders Schnecken auf ­Gummibärchen zu stehen, der Zugang zu den eigenen Aussaaten sollte daher den Kriechern etwas erschwert werden.   

Thomas Bay