Unvergängliche Winterheckzwiebel

Ideale Zwiebel für Selbstversorger

Die Winterheckzwiebel macht sich im Garten außerordentlich nützlich, weil sie fast das ganze Jahr frisches Zwiebelgrün liefern, solange es nicht zu sehr friert. Die Voraussetzungen dazu brachte sie aus ihrer sibirischen Heimat mit, wo sie im Altaigebirge und am Baikalsee wächst. Das sagt schon einiges über ihre grundsätzliche Härte aus. Im Vergleich zu sibirischer Kälte sind unsere Winter höchstend Winterchen, falls sie sich wegen des Klimawandels mancherorts überhaupt noch bemerkbar machen. Andere landläufige Bezeichnungen für Winterheckzwiebeln sind Winterzwiebeln, Ewige Zwiebeln, Röhrenlauch, Jakobszwiebeln und sie geht in etwa als gröbere Variante der Frühlingszwiebel durch. Botanisch heißt diese Gemüseart ­Allium fistolosum. Das verweist auf Verwandtschaft mit Schnittlauch hin.  

Äußerlich unterscheidet sich Winterheckzwiebel von Schnittlauch mit weißlichen statt lilarosa Blüten und erheblich stärkerem Wuchs. Ansatzweise Verdickungen in der Erde bestehen aus den Basen der Laubblätter, Schlotten genannt. Die Pflanzen werden je nach Bodengüte mit blasig aufgeblasenen, röhrigen Schlotten 30–80 cm hoch. Winterheckzwiebel blüht gewöhnlich im Juni, sofern man es dazu kommen lässt. Die Blüten kann man wie das Grün essen.  

Die Ansprüche von ­Winterheckzwiebeln halten sich in Grenzen. Guter, humoser, gründlich gelockerter, genügend nährstoffhaltiger Boden und ein sonniger Platz lassen sie gut wachsen, was Kompost­gaben im Frühjahr, im Mittsommer und im Spätherbt vor dem Winter unterstützen. Von März an, eventuell schon ab Ende Feb­ruar je nach Klima und Witterung, steht frisches Zwiebelgrün zum Würzen von vielen Speisen zur Verfügung. Es aromatisiert und ist mit reichlich Vitamin C, hohem Gehalt an ätherischen Ölen und Beta-Carotin außerdem gesund.  

Daher: je mehr Winterheckzwiebeln desto besser, am besten so viel, dass man auch ganze Pflanzen mitsamt den flachen Zwiebeln ernten und verarbeiten kann. Ein Bestand, der sich wüchsig durch Tochterzwiebeln ausdehnt, kann mehrere Jahre stehen bleiben. Zu lang sollte das jedoch nicht werden, denn die Pflanzen entwickeln sich besser, wenn sie nach zwei, längs­tens drei Jahren geteilt, dadurch auf einen Streich auch verjüngt und vermehrt werden, so dass sie triebkräftig bleiben, nicht altern und immer weniger Grün liefern. Man teilt vorteilhaft im Frühjahr bei Austrieb oder im Herbst rechtzeitig vor Frost, so dass die Zwiebeln noch anwachsen können. Vermehrung durch Aussaat wäre möglich, ist jedoch im Vergleich zur Teilung zu umständlich und dauert außerdem recht lange. Warum sich nicht die Arbeit erleichtern, wenn einem Winterheckzwiebel derart entgegenkommt? Insgesamt: Winterheckzwiebel ist ein sehr empfehlenswertes Gewächs für den Gemüse-Selbstversorger.  

Ilse Jaehner