Zypergras entwickelt üppiges Grün

Vorliebe für nasse Füße

Jetzt zum Herbst kommen für viele Zimmerpflanzen schwere Zeiten: das Licht wird immer weniger, in den zentralgeheizten Wohnungen ist es oft zu warm und vor allem zu lufttrocken. Dies führt in der Regel zu Problemen mit empfindlichen Vertretern; Blattfall, Kümmerwuchs und ein Befall mit Blattläusen sind nicht selten die Folge falscher Wachstumsbedingungen.  

Es ist darum gut zu wissen, dass es auch robustere Zimmerpflanzen gibt, die die warme und trockene Luft der Wohnstuben ohne Probleme aushalten. Zu diesen Zimmerpflanzen gehört das Zypergras. Auch die Papyrus­staude, bekannt wegen ihrer frühgeschichtlichen Verwendung zur Papierherstellung, gehört zu den Zypergräsern; wegen ihrer Größe von bis zu fünf Metern eignet sie sich aber eher für Botanische Gärten, während das Zypergras von seiner Größe gut in Wohnungen passt. Auf schmalen Halmen zeigen sich dekorativ die Blattkränze, über denen bei den meisten Arten im Frühjahr die Blüten erscheinen. Von den über 600 Arten wird als Zimmerpflanze am häufigsten Cyperus alternifolius angeboten, die je nach Standort und Pflege zwischen 40 Zentimeter und 1,5 Meter groß wird. Seltener findet man im Sortiment einige kleinere Arten. 

Bei der Pflege dieser Pflanzen kann man wenig falsch machen, denn während für fast alle unsere Zimmerpflanzen Staunässe unbedingt zu vermeiden ist, braucht Zypergras als Sumpfpflanze aus der Familie der Riedgräser unbedingt einen nassen Ballen. Als Pflanzgefäß für Zypergras kommen alle größeren Behälter, auch ohne Abzugsloch, in Frage. Für eine größere Anpflanzung ist ein Aquarium besonders ansprechend. Der Boden des Gefäßes erhält eine Schicht aus Kies und anschließend ca. 20 cm guten humosen Boden.  

In diese Bodenschicht können die Ableger eingepflanzt werden. Eine noch einfachere Vermehrung besteht darin, ältere Blätter mit einer Handbreit Stiel abzuschneiden. Die Blätter werden um die Hälfte eingekürzt und anschließend in den Boden gesteckt, so dass der Stängel nach oben herausschaut. Sie wurzeln schnell an. Falls die Ableger in kleinen Töpfchen vorgezogen wurden, pflanzt man sie um, sobald sie mehrere Blätter entwickelt haben.  

Zypergras wirkt erst dann üppig, wenn es in einem großen Topf buschig wächst. Alte Stöcke können auch durch Teilung vermehrt werden. Besonders hübsch sieht es aus, wenn man als Abdeckschicht auf den Boden des Pflanzgefäßes schöne, nicht zu große Steine legt.  

Der Wasserstand sollte immer auf dem Niveau der Steine liegen; der Ballen darf auf keinen Fall trocken werden. Gedüngt wird von April bis Ende August, indem dem Gießwasser entsprechend ein Volldünger im Abstand von 14 Tagen beigegeben wird.  

Als Standort kommt ein heller bis mäßig heller Platz in Betracht. Zypergras verträgt auch zentralgeheizte, warme Luft. Im Winter sollte die Temperatur aber nicht unter 12 °C fallen, was in Wohnräumen kaum vorkommt.

Bekommt das Zypergras braune Blattspitzen, liegt dies an einem ungünstigen Säurewert des Bodens. Dies ist meist eine Folge nach der Verwendung von zu hartem oder zu saurem Wasser. Der Boden sollte eine Bodenreaktion zwischen pH 5,5–6,5 aufweisen. Mit Hilfe von Teststäbchen, die im Fachhandel zu erhalten sind, lässt sich dies einfach überprüfen.  

Peter Busch