Weihnachtsgebäck unbeschwert genießen

Die Gewürze im Weihnachtsgebäck machen seinen feinen Geschmack aus. Es sind dies in erster Linie Zimt, Anis, Nelken und Ingwer. Auch Kardamom und Vanille gehören dazu. In Glühwein, Punsch und Tee entfaltet ihr lieblicher Duft, der auf ihren flüchtigen ätherischen Ölen beruht, seine Wirkung. Von süß bis herb hat jedes Gewürz sein spezielles Aroma und nur geringe Mengen reichen aus, um einem Gebäck oder Getränk seine weihnachtliche Note zu geben.   

Gewürze haben noch andere Wirkungen, denn bestimmte Aromastoffe haben Auswirkung auf unser Gemüt. Besonders Muskat enthält ätherische Öle mit bewusst stimmungsveränderndem Potential. Zimtaldehyd erzeugt ein bestimmtes Wonnegefühl. Nelken wirken schleimlösend und entkrampfend, sie lindern sogar vorübergehend Zahnbeschwerden. Ingwer soll träge und ausgelassen machen – eigentlich schließen sich diese beiden Eigenschaften aus – naja, jedenfalls schmeckt er sehr gut.  

Die von vielen gefürchtete Bestrahlung von Gewürzen spielt bei uns keine Rolle. Sie müssen übrigens deutlich als solche gekennzeichnet sein. Auch wäre nach Angaben der Bundesforschungsanstalt für Ernährung, Karlsruhe, eine Bestrahlung absolut ungefährlich. Das Fresenius-Analyse-Institut in Taunusstein hat Entwarnung gegeben, was die Belastung von Gewürzen zur Weihnachtsbäckerei mit Schadstoffen betrifft. Weihnachtsbäcker*innen können sich deshalb ohne Bedenken ans Werk machen.   


NUSS-TALER  

Zutaten: 30 g Pinienkerne, 30 g Pistazienkerne, 50 g Walnusskerne, 100 g Mandelstifte, 2 EL Butter, 200 g Zartbitter-Kuvertüre.  

Zubereitung: Pinien-, Pistazien- und Walnusskerne grob hacken, mit den Mandelstiften mischen. Die Butter in einer Pfanne aufschäumen, die Nussmischung darin unter Rühren leicht rösten. Die Kuvertüre hacken und im warmen Wasserbad schmelzen lassen, die Nussmischung einrühren. Kleine Häufchen davon auf Pergamentpapier setzen und trocknen lassen.   


MANDEL-SESAM-PRALINEN  

Zutaten: 250 g Puderzucker, 100 g Mandeln, 60 g Sesamsamen, Butter für die Folie.   

Zubereitung: Puderzucker, Mandeln und den Sesam in eine große, beschichtete Pfanne geben. Unter Rühren bei milder Hitze den Zucker schmelzen und goldbraun werden lassen. Ein Backblech mit Alufolie auslegen, die Folie leicht fetten, den Karamell schnell darauf verteilen. Erstarren lassen und in Stücke brechen.   


KOKOS-TRÜFFEL  

Zutaten: 150 g Zartbitter-Kuvertüre, 125 g Schlagsahne, 2 EL löslicher Kaffee, 50 g Korinthen, 3 EL Kokoslikör, 70 g Butter, 150 bis 200 g ge­röstete Kokosraspel.  

Zubereitung: Die Kuvertüre hacken, mit der Sahne und dem Kaffee in einen kleinen Topf geben, bei schwacher Hitze schmelzen und abkühlen lassen. Die Korinthen heiß abwaschen, im Kokoslikör marinieren. Die Butter schaumig schlagen, nach und nach die abgekühlte (!) Schokosahne unterrühren. Korinthen und etwa 50 g Kokosraspel hinzufügen. Die Masse etwa 30 Min. kalt stellen. Anschließend die Masse kurz aufschlagen. Kokosraspel auf einen flachen Teller geben. Mit Hilfe von zwei Teelöffeln etwa haselnussgroße Portionen von der Trüffelmasse abnehmen, auf die Kokosraspeln geben und darin wälzen. Die Trüffel kühl aufbewahren und möglichst frisch verzehren.   


ITALIENISCHE MANDELMAKRONEN 

Zutaten: 3 Eiweiß, 300 g Zucker, 150 g ungeschälte sowie 150 g geschälte, feingemahlene Mandeln, 4 Tropfen Bittermandelöl, Butterschmalz für das Blech, Puder­zucker zum Bestäuben. (für ca. 25 Stück)   

Zubereitung: Das Eiweiß zu sehr steifem Schnee schlagen und dabei den Zucker langsam einrieseln lassen. Dann die geschälten und ungeschälten Mandeln gründlich unterheben, sowie das Bittermandelöl zufügen. Den Mandelteig zugedeckt für ca. 1,5 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Mit einem Teelöffel ca. walnussgroß den Teig abnehmen und die Häufchen auf das gefettete Blech setzen. Im auf 160 Grad vorgeheizten Backofen, auf der Mitte ca. 20 bis 30 Minuten backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.   


WIENER HUSARENKRAPFERL 

Zutaten: 160 g Mehl, 80 g feingemahlene Haselnüsse, 80 g Zucker, 160 g Butter, 3 Eigelb, ½ TL Zimt, Fett für das Blech, 120 g Quitten- oder Jo­hannisbeergelee. (für ca. 45 Stück)  

Zubereitung: Das Mehl in eine Schüssel sieben, die gemahlenen Haselnüsse, den Zucker, die Butter in Flocken und das Eigelb zufügen. Alles mit den Knethaken des Handrührers zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten, dabei den Zimt einstreuen. Anschließend mit den Händen durchkneten und zu einer Kugel formen; in Folie gepackt 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Dann walnussgroße Kugeln formen, auf ein gefettetes Blech setzen und jeweils in die Mitte eine Vertiefung drücken. Im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen, auf der Mitte, gute 15 Minuten backen, auskühlen lassen und das Gelee in die Vertiefungen füllen.   


SPANISCHE ORANGENSTERNE   

Zutaten: 2 Eiweiß, 220 g Zucker, 170 g feingemahlene Mandeln, 80 g sehr fein gehaktes Orangeat, 2 TL abgeriebene Schale einer unbehandelten Orange, 0,6 cl Orangenlikör, Mehl zum Ausrollen, Butterschmalz für das Blech. 200 g Puderzucker. (für ca. 60 Stück)   

Zubereitung: Das Eiweiß mit dem Zucker zu sehr steifem Schnee schlagen. Die Mandeln und das Orangeat, die Orangenschale sowie 2 cl des Orangenlikörs untermischen. Den Teig zur Kugel formen. in Folie und ca. zwei Stunden in den Kühlschrank legen. Dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. ½ cm dick ausrollen. Aus dem Teig Sterne ausstechen und nebeneinander auf ein gefettetes Blech setzen. Die Plätzchen auf der mittleren Schiene des auf 200 Grad vorgeheizten Backofens 15 Minuten backen. Den Puderzucker mit dem restlichen Orangenlikör mischen, die ausgekühlten Plätzchen damit bestreichen und trocknen lassen. Luftdicht in einer Blechdose aufbewahren, sie halten circa sechs Wochen.   


SIZILIANISCHE ZITRONENBÖGEN   

Zutaten: 100 g Butter. abgeriebene Schale von zwei unbehandelten ­Zitronen, 60 g Puderzucker, 150 g Mehl, 50 g Pinienkerne (fein gemahlen), 1 Eigelb, Butterschmalz für das Blech, Puderzucker zum Bestäuben. (für ca. 50 Stück)   

Zubereitung: Die Butter schaumig rühren. Die abgeriebene Zitronenschale, den Puderzucker, das Mehl und die gemahlenen Pinienkerne sowie das Eigelb unterrühren, so dass ein geschmeidiger Teig entsteht. Den Teig zu einer Kugel formen, in Folie packen und ca. zwei Stunden in den Kühlschrank legen. Anschließend auf einer bemehlten Fläche Rollen von ca. 1 cm Durchmesser formen, davon ca. 6 cm lange Stücke abschneiden und zu Hörnchen formen. Diese auf ein gefettetes Blech legen und im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen, auf der Mitte, ca. 12–15 Minuten backen. Die Zitronenbögen auf einem Gitter auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.  


KARTOFFEL-LEBKUCHEN  

Zutaten: 250 g Zucker, 2 Eier, 1 TL Zimt, ½ TL gem. Nelken, 60 g Zitronat, 60 g Orangeat, 200 g geriebene Mandeln oder Nüsse, 6 gekochte Kartoffeln vom Tag vorher (man kann auch mehr nehmen, braucht dann aber noch ein zusätzliches Ei oder 125 g weiche Butter) 10–12 EL Mehl, 1 Backpulver, 1 Prise Salz.   

Zubereitung: Die gekochten Kartoffeln sollen durchgepresst werden, man kann sie aber auch mit einem Stampfer bearbeiten, bis sie musartig sind und notfalls einen Schuss Milch oder 1 EL Sahne zufügen. Orangeat und Zitronat am besten noch feiner zerkleinern (auch Cranberrys sind getrocknet und zerkleinert ersatzweise geeignet). Alle Zutaten nach und nach verrühren. Der Teig soll mindestens schwer reißend vom Löffel fallen. Ist er zu dick, kann man einen Esslöffel flüssigen Honig zufügen; ist er zu dünn, etwas mehr Mehl. Es ist gut, eine kleine Probe zu backen. Den Teig auf Backoblaten streichen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, wenn keine vorhanden sind. Lebkuchen bei 150–180 Grad je nach Backofenhitze 20–25 Minuten backen. Die erkalteten Lebkuchen mit Schokoglasur überstreichen und trocknen lassen. In Blechdosen verwahrt, bleibt das Gebäck länger frisch, obwohl Kartoffelgebäck im Allgemeinen bald verzehrt werden soll. Also nicht zu lange aufheben, zumal die Lebkuchen vom ersten Tag an schon gut schmecken!   

Gertrud Knobloch