Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  

nicht nur so mikroskopisch kleine Teilchen wie unangenehme Viren machen uns zunehmend das Leben schwer, auch winzig kleine Kunststoffteilchen finden sich mehr und mehr in unserem Alltag.   

So genanntes Mikroplastik ist mittlerweile auch in Böden sowie Lebensmitteln und letztlich im eigenen Körper anzutreffen.  

Welche Auswirkungen dies auf uns und unsere Gesundheit hat, ist noch weitgehend unerforscht. Dass ein so schlecht abbaubares und biologisch nicht verwertbares industrielles Erzeugnis jedoch nicht dienlich für den Stoffwechsel des Körpers ist, ebenso wenig wie für natürliche Ökosysteme, liegt wohl auf der Hand.  

Wie lässt sich also Plastik vermeiden?  

Einen riesigen Berg an Plastikmüll und Mikroplast kann der einzelne Verbraucher wohl kaum auf eigene Faust einsparen, aber die Summe jedes Einzelnen und der Verbraucheranzahl kann etwas verändern.

Kleingärtner sind auch hier wieder einmal ein Stück weit mit der Nase vorne, schließlich muss die eigene saisonale Ernte weder verpackt, noch weit transportiert werden. Auch ist es weit verbreitet, benötigten Dünger und Anzuchterde mittels des eigenen Komposts herzustellen – schon ist der Kunststoffsack für die Pflanzerde aus dem Gartencenter gespart!   

Auch für Plastiktöpfe gibt es reichlich Alternativen aus Hanf oder Kokosfasern. Auf Pflanzenmärkten werden Pflanzen sogar „wurzelnackt“ – also ohne Topf – zum Verkauf angeboten. Selbst Anzuchttöpfchen können einfach und plastikfrei ersetzt werden: durch Schalen von halbierten Hühnereiern, Eierkartons oder leeren Toilettenpapierrollen.   

Vor allem bei Gartengerätschaften lassen sich stabile, langlebige Alternativen finden, die – wie in Omas altem Bauerngarten – gleich noch etwas Charme mitbringen: Gießkannen aus Blech, Spatel und Schaufel aus Metall mit Holzstiel usw. Diese sind nicht nur ebenso funktional wie die Varianten aus Kunststoff, sondern meist auch qualitativ hochwertiger. Mit etwas Pflege und dank austauschbarer Verschleißteile, stellen diese eine langlebige Möglichkeit dar, um Plastik im eigenen Garten zu reduzieren.   

Komplett auf Plastik im eigenen Garten zu verzichten, ist wohl eine äußerst schwierige Aufgabe, wenn man sich einmal vor Augen führt, in wie vielen Gartenmaterialen Kunststoff Verwendung findet.   

Da ist es vernünftig, das bereits vorhandene Plastik nun nicht einfach wegzuschmeißen. Nur neu kaufen sollten man keines. Lieber häufig wiederverwenden oder „upcyclen“ – beispielsweise alte PET-Trinkflaschen zu Pflanzgefäßen/Vasen oder Bewässerungshilfen umfunktionieren.   

Ihrer Schaffenskraft und Kreativität sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt – viel Erfolg bei Ihrem nächsten (vielleicht Plastkfrei-) Projekt.   

Ihr Karl Born,
Vorsitzender des Hauptvorstands