Die neuen Heidelbeerzwerge

Hübsche Zutat für Terrasse & Balkon    

Es gibt solche und solche Heidelbeeren, solche der heimischen Wälder, etwa 30–40 cm hohe Sträuchlein mit kleinen, aber hocharomatischen, blaufärbenden Beeren und amerikanische Kulturheidelbeeren mit sehr großen, nicht färbenden Früchten, die zwar ebenfalls gut schmecken, aber doch das ganz besondere Aroma der Wald­heidelbeeren vermissen lassen. Und amerikanische Heidelbeeren sind ziemlich wüchsig, manche schaffen mehrere Meter. Noch ein Unterschied: Waldheidelbeeren haben so spezielle Ansprüche an Umwelt und vor allem Boden, dass es praktisch unmöglich ist, sie im Garten zu kultivieren. Sie sind wild und bleiben wild. Kulturheidel­beeren passen sich besser an, wenngleich eine gewisse Voraus­setzung für die Kultur auch in ihrem Fall gilt.   

In jüngster Zeit machen Kulturheidelbeerzwerge von sich reden. Amerikanischen Züchtern gelang es, diese von Natur aus kräftig wachsenden Gehölze zu bremsen, so dass es nun zwergige Formate gibt. Vor allem Sorten der ‚BraselBerry-Collection‘ machen von sich reden. Ein Züchterehepaar, Dave und Barbara Broselton, gründeten 1978 eine Baumschule und widmeten sich der Beerenobstzüchtung, vor allem kleinwüchsigen Ausgaben, die seit 2013 in den USA eingeführt wurden und inzwischen hierzulande zu haben sind.   

Die Heidelbeerzwerge sind beliebt, weil sie mit immergrünen ­Blättchen, die sich im Herbst, teilweise auch im Frühjahr, hübsch verfärben, gut anzusehen sind. Sie wirken in blüten- und fruchtlosem Zustand fast wie Buchsbaum, in blühendem und fruchttragendem Zustand noch mal ein Stück verlockender. Beim Kauf folgendes bedenken: Die Bindung dieser Pflanzen an besondere Erde besteht. Das Substrat sollte einen pH-Wert von 4,5–5,5 allerhöchstens haben. Solche Erde ist normalerweise in keinem Garten vorhanden. Die Sträucher sind darauf angewiesen, dass Pflanzplätze entsprechend hergerichtet werden und auch in dem Zustand bleiben, außerdem immer mit weichem Wasser gegossen wird. Geeignet ist grobporiges, luftiges Rhododendronsubstrat und Dünger, die sich für diese Sträucher eignen. Die Zwerge sind übrigens selbstfruchtbar und können also als Einzelsträucher gezogen werden.

Die besonderen Umstände und die Tatsache, dass es sich um kleine Sträucher handelt, legt nahe, sie nicht als Gartenpflanzen zu verwenden, sondern sie in entsprechend großen Töpfen auf Terrasse, Balkon oder an ähnlichen Plätzen unterzubringen, wo man Kultursubstrat und Wasserzufuhr gut im Griff hat. Gleichmäßige Feuchtigkeit ist wichtig und außerdem, da die Sträucher mit der Zeit sonst verkahlen, regelmäßiger Schnitt, zumal sich die meisten Blüten und nachfolgend Früchte an den Triebspitzen bilden.     

Ilse Jaehner